28.1.2016 Urheberrechtstag in Hannover zur Novellierung des UrhG, insb. § 52a UrhG

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Der Urheberrechtstag in Hannover stieß auf reges Interesse, was angesichts der aktuellen Entwicklungen auch nicht verwunderlich ist. Die Tagung drehte sich vor allem um die Auseinandersetzung zur Vergütungsfrage für die Nutzung von urheberrechtlich geschützten Werken auf Grundlage von § 52a UrhG. Strittig bzw. eine dicke Kröte ist die von der VG Wort gewollte Einzelerfassung und -abrechnung von Werken, die auf Basis von §52a UrhG genutzt werden. Ein BGH-Urteil vom 20. März 2013 – I ZR 84/11 – Gesamtvertrag Hochschul-Intranet hierzu ermöglicht dies im Prinzip, sofern die Einzelerfassung keinen unverhältnismäßigen Aufwand darstellt.
Beinahe unisono wurde auf der Tagung der Einzelerfassung widersprochen, u.a. von der HRK.

Basis der Beurteilung des unverhältnismäßigen Aufwandes ist die durchgeführte Pilotstudie der Uni Osnabrück, die ebenfalls auf der Tagung referiert wurde. Deutlich wurde, dass der finanzielle Ertrag, von ca. 5000 Euro, recht gering ist. Es herrschte der Eindruck, dass die VG Wort mit einer Einzelabrechnung sehr viel besser fahren würde.

Digitalisierung und eLearning würden darunter leiden, da Lehrende weniger an Materialien einstellen würden. Dies wurde in der Pilotstudie als auch in der Diskussion in Hannover deutlich. Zeitgemäßes Lehren und Lernen würde damit stark erschwert.

Der geplante Lizenzauswahldialog enthielt außerdem die Prüfung eines vorrangigen Verlagsangebots. Dies ist ja u. a. die Auflage der BGH-Entscheidung zur öffentlichen Zugänglichmachung kleiner Teile eines Werkes. Wenn Lehrende ein Werk melden, erhalten Sie innerhalb von drei Tagen Rückmeldung, ob es ein solches Angebot gibt. Auch dieses wurde aufgrund des langsamen und umständlichen Workflows stark kritisiert.

Zudem ist §52a UrhG aufgrund der unbestimmten Rechtsbegriffe sehr schwierig für den einzelnen Lehrenden zu praktizieren und in der derzeitigen Fassung realistischerweise wenig praktikabel. Es kostet daher viel Zeit eine rechtmäßige Nutzung zu beurteilen und die entsprechenden Daten zu erfassen. Dafür müssten ggf. an den Hochschulen dauerhaft entsprechende Stellen geschaffen werden.

Es besteht auch die Gefahr, dass Lehrende auf andere Kanäle ausweichen, um Lehrmaterialien zu verteilen. Das gewisse Maß an Kontrollfunktion, das die Lernplattformen an Hochschulen haben, würde somit aufgeweicht.

Die nächsten Schritte sollen wohl so ein, den Prozess der Erfassung zu vereinfachen, um das Argument der Unverhältnismäßigkeit entkräften zu können. Dies soll im Laufe des Jahres 2016 geschehen. Ein Element der Vereinfachung soll sein, dass Meldungen nur aus dem VLB gemacht werden müssen, d.h. die aufwändige Erfassung nicht enthaltener Titel entfiele.

Verlagsvertreter machten deutlich, dass jegliche Schrankenregelung einen Eingriff in den Primärmarkt der Verlage impliziert, daher sind ja beispielsweise auch Schulbücher von der Schrankenregelung ausgenommen. Des weiteren soll eine Einzelerfassung eine gerechtere Vergütung für die Autoren erlauben.

Allerdings zahlen Universitäten bzw. deren Bibliotheken für die Nutzung von Texten auf der Basis von Pauschalbeträgen bereits jetzt schon nicht geringe Summen. 17 Mio. Euro macht die Bibliothekstantieme aus, 400 Mio. Euro beträgt der Erwerbungsetat wissenschaftlicher Bibliotheken. Zeitschriftenverlage haben zum Teil eine Rendite von 40 – 50%, wissenschaftliche Autoren müssen die Veröffentlichung in renommierten Zeitschriften teuer bezahlen und diese Veröffentlichungen müssen die wissenschaftlichen Bibliotheken wiederum einkaufen, um den Literaturgrundbestand zu gewährleisten. Es kann daher auch anhand der Ergebnisse der Osnabrücker Pilotstudie in Zweifel gezogen werden, ob den Autoren/Verlagen durch eine pauschale Vergütung tatsächlich in substantiellem Maß Einnahmen entgehen.

Ein Blick über die Grenzen zeigt, dass es auch einfacher geht. In Österreich sieht das Pendant zum deutschen §52a eine Verwendung auch ganzer Werke vor (http://www.ris.bka.gv.at/Dokumente/BgblAuth/BGBLA_2015_I_99/BGBLA_2015_I_99.pdf) bzw. es existiert keine Umfangsbeschränkung und die Nutzung wird pauschal abgegolten. Die Regelung des fair use in den USA enthält überhaupt keine Vergütung. Insgesamt lässt sich somit feststellen, dass die deutsche Gesetzeslage für die digitale Werknutzung an Hochschulen sehr restriktive Vorgaben macht.

Wenig Konkretes gibt es zu diesem Thema sowohl zur Weiterentwicklung eines europaweit einheitlichen Urheberrechtsgesetzesrahmens als auch zur Schaffung einer allgemeinen Bildungs- und Wissenschaftsschranke. Es bleibt daher abzuwarten, ob sich die nicht von der Hand zu weisende Unverhältmäßigkeit der Einzelerfassung den beteiligten Parteien deutlich genug vor Augen geführt werden kann und die Pauschalvergütung doch noch durchgesetzt wird.

Adobe Connect: Teilnehmerinnen und Teilnehmer aktivieren

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Im Rahmen der Adobe Connect Vortragsreihe der DACH-Nutzergruppe habe ich am 26.1.2016 zusammen mit Athanasios Vassiliou ein Webinar gestaltet zum Thema: Teilnehmerinnen und Teilnehmer aktivieren.
Aufzeichnung und Folien sind im Blog der Nutzergruppe zu finden: Teilnehmerinnen und Teilnehmer aktivieren: https://blogs.fu-berlin.de/dachadobeconnect/2016/01/26/rueckblick-teilnehmerinnen-und-teilnehmer-aktivieren/

Gesammelt 8.1. – 15.1.2016, MOOCs und mehr

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MOOCs

MOOCS und Moodle:
Transformation von Moodle in eine MOOC-Plattform: Überführung in ein attraktives Design:
http://de.slideshare.net/thomaswbell88/transforming-moodle-moodle-mootie15nonotesv2

Universitäten schließen sich zusammen, um in MOOCs erworbene Leistungen gegenseitig anzuerkennen.

Moocs: international credit transfer system edges closer:
https://www.timeshighereducation.com/news/moocs-international-credit-transfer-system-edges-closer

In den USA sind MOOCs nicht mehr ein so großes Thema bzw. innerhalb der Universitäten stagniert die Fortentwicklung, schließlich haben nur ca. 5% der amerikanischen Universitäten einen MOOC entwickelt.

Les États-Unis déjà dans l’après-Mooc
http://www.letudiant.fr/educpros/actualite/les-etats-unis-deja-dans-l-apres-mooc.html

Umfangreiche Studie (ca. 200 Seiten) zu strategischen Zielen von MOOCs, mit Fallbeispielen und Aussagen zu zukünftigen Erwartungen bezüglich MOOCs.

MOOCS Expectations and Reality Full Report von Fiona M. Hollands, Ph.D. Devayani Tirthali, Ed.D., Center for Benefit-Cost Studies of Education, Mai 2014
http://cbcse.org/wordpress/wp-content/uploads/2014/05/MOOCs_Expectations_and_Reality.pdf

Zu MOOC-Plattformen:
Si la mejor inversión para tu futuro es la formación, no te olvides de las plataformas gratuitas MOOC
http://www.anexom.es/servicios-en-la-red/herramientas/principales-plataformas-mooc/?utm_source=t.co&utm_medium=social&utm_campaign=GEB

MOOCs an der TUM: Neue Initiative: MOOCs for Masters: Vorbereitung von Studierenden auf ein erfolgreiches Masterstudium durch MOOCs. Die TUM wird bis zu 10 englischsprachige MOOCs für internationale Bewerberinnen und Bewerber sowie Studierende der TUM erstellen und anbieten.
http://www.mz.itsz.tum.de/elearning/moocs/moocs-for-masters/

The 50 Most Popular MOOCs of All Time
http://www.onlinecoursereport.com/the-50-most-popular-moocs-of-all-time/

Inverted Classroom

Welche Effekte hat der Einsatz der Inverted Classroom-Methode? Eine kleine Untersuchung ergab, dass Studierende bessere Ergebnisse bei Fragen haben, die auf die Anwendung von Konzepten zielen, als bei solchen Fragen, bei denen es um das Verständnis von Begriffen geht. Das heißt insbesondere bei anspruchsvolleren Lehrzielen bietet die Inverted Classroom-Methode Vorteile.

Lernen Studierende im Inverted Classroom mehr?
http://blogs.uni-due.de/politik-lehren/2015/05/18/lernen-studierenden-im-inverted-classroom-mehr/

Video, Daniel Lambach: Durch Blended Learning den Hörsaal umdrehen: Das Inverted Classroom Modell
http://duepublico.uni-duisburg-essen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-40564/Inverted%20Classroom.mp4

Anwesenheitspflicht

Die abgeschaffte Anwesenheitspflicht wird kritisch betrachtet: Anstelle des akademischen Diskurses entwickelt sich ein Prüfungsdiskurs.

Was lernen Studenten eigentlich an der Uni, wenn sie nicht hingehen?
http://www.zeit.de/2015/51/anwesenheitspflicht-universitaet-schwaenzen-lernen-zwischenfrage

Rolf Schulmeister analysiert Studien zum korrelativen Zusammenhang von Anwesenheit und Studienerfolg. Er stellt fest: “Die Mehrheit (149 Studien) kommt zu dem Ergebnis, dass ein hohes Maß an Anwesenheit in Lehrveranstaltungen zu besseren Leistungen führt und umgekehrt größere Fehl- zeiten schlechtere Noten zur Folge haben.” (S. 15). Damit ist kein kausaler Zusammenhang erwiesen, die Kausalität ist durch weitere Variablen, z.B. das Studienverhalten, herauszufinden. Schulmeister diskutiert pädagogische Verantwortung und zieht dabei auch ein “attention monitoring” in Erwägung.

Rolf Schulmeister, Abwesenheit von Lehrveranstaltungen. Ein scheinbar nur triviales Problem.
https://www.campus-innovation.de/fileadmin/dokumente/Schulmeister_Anwesenheit__Abwesenheit__2_.pdf

Visualisierung

bildungsforschung, Bd. 1 2015: Visuelle Bildungsmedien
http://bildungsforschung.org/index.php/bildungsforschung/issue/view/23/showToc

Videos in der Hochschullehre: Begleitstudie untersucht Sicht der Studierenden
https://www.e-teaching.org/news/eteaching_blog/videos-in-der-hochschullehre-begleitstudie-untersucht-sicht-der-studierenden

Open Data

Samstag 27.2., 10 – 22 Uhr
#NRWHackathon Hack für deine Bildung! Open Data Anwendungen für NRW
https://open.nrw/de/content/einladung-hack-fuer-deine-bildung

Podcast

Science Pie: Unabhängiger Wissenschaftspodcast
http://www.sciencepie.org/episoden

Trends
9 Ed Tech Trends to Watch in 2016: Besprochen werden Maker Spaces, Competency Based Education, Data Analytics and Machine Learning, Virtual Reality, Accessibility, Mobile First, Wearables, Wireless Infrastructure, Video
https://campustechnology.com/articles/2016/01/13/9-ed-tech-trends-to-watch-in-2016.aspx

Technik

PhoneGap/Cordova Entwicklung: Erfahrungen / Lessons learned
http://www.agingcoder.com/programming/2015/02/21/lessons-learned-from-5-years-of-phonegapcordova-development/

Buch und MOOC: Jure Leskovec, Anand Rajaraman, Jeff Ullman, Mining of Massive Datasets
http://www.mmds.org

Divers

Kritik an der Hattie-Studie
http://lars-kilian.de/kritik-an-der-hattie-studie/

Vortrag P. Baumgartner, Lehre auf neuen Wegen, Tagung November 2015, Göttingen: Tagungsband und Dokumentation vorhanden.
http://peter.baumgartner.name/2016/01/11/lehre-auf-neuen-wegen/

Michael Kerres: E-Learning vs. Digitalisierung der Bildung: Neues Label oder neues Paradigma?
http://mediendidaktik.uni-due.de/sites/default/files/elearning-vs-digitalisierung.pdf

Mobile Learning Day in Hagen am 5.11.2015

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Hypes, Trends kommen und gehen, so könnte man meinen, nur der MLD, der Mobile Learning Day in Hagen bleibt. Inzwischen ist Mobile Learning nun doch keine Lernform geworden, laut Frau Prof. Dr. Claudia de Witt, aber zumindest ein Arbeitstitel, zu dem sich eine spannende Tagung veranstalten lässt. Dazu gehört, das Mobile Learning ein wenig aus dem Bildungskontext herauszulösen und zumindest Mobilität mit der Arbeitswelt in Verbindung zu bringen und deren Anforderungen und Belastungen. Das war zumindest auch das Anliegen von Dr. Peter Krauss-Hoffmann aus dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales, der die Veranstaltung moderierte. Multitasking, Termin- und Leistungsdruck, Arbeitsunterbrechungen sollen u.a. dafür verantwortlich sein, dass psychische Erkrankungen zunehmen. Vom Ministerium gibt es zum Thema „psychische Gesundheit“ auch eine Webseite, mit zahlreichen Informationen und Tools, u.a. auch ein E-Learning-Angebot.

Der Soziologe Prof. Dr. Vormbusch (Aufzeichnung der Keynote „Lernen ohne Ende? Mobile Learning in entgrenzten und mediatisierten Gesellschaften“ ) ging auf den gesellschaftlichen Kontext von mobile Learning ein. Die anvisierten Lernorte sind häufig Nicht-Orte, wie z.B. die Flughafenlounge, provisorische Räume, keine stabilen Kontexte, das Anywhere. Das Anytime mündet in eine chronische Selbstüberforderung des Individuums und ist so auch Merkmal eines flexiblen Kapitalismus. an dessen Ende der Arbeitskraft-Unternehmer oder aus Bildungsperspektive der Selbstlern-Unternehmer steht. Auch das mobile learning gehört somit zur Entgrenzung der Arbeitswelt.

Allerdings so zeigten auch die weiteren Vorträge, ist die Nutzung mobiler Technologien zwar in den Alltag vorgedrungen, sichtbar auch am Einsatz von Smartphones im Bausektor, Lernszenarien sind dennoch schwierig umzusetzen. Um dies zu demonstrieren gab es drei Beispiele von gescheiterten Projekten, also drei Failure Sessions. Die Gründe des Scheiterns der einzelnen Projekte waren sehr unterschiedlich, es handelte sich um die fehlende Berücksichtigung von Design, unzureichende Informiertheit der Teilnehmer und ein zu komplexer inhaltlicher Aufbau. Fehler, die durchaus auch in anderen Medienprojekten vorkommen können und vielleicht nicht unbedingt typisch für das mobile Learning sind.

Viele Annahmen und Erwartungen bezüglich des mobile Learning haben sich nicht bestätigt, das hat eine Studie von Frau Prof. Dr. Claudia de Witt ergeben. Beispielsweise wird gerade nicht in den Zwischenzeiten gelernt, während man beim Arzt im Wartezimmer sitzt.

Als lockeren Ausklang gab es noch einen Mobile Learning Slam und die Tagungsdokumentation wurde analog, d.h. zeichnerisch festgehalten.

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Wikis in Lehrveranstaltungen?

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Es ist eine andere Herangehensweise bzw. kann eine solche sein. Jeder kann mitschreiben, alles ist nachverfolgbar, jeder Beitrag, ein fluides Medium, offen und einsehbar für alle, beliebig erweiterbar, ein unendlicher Hypertext.

Dieses Prinzip verpflanzt in formale Bildungskontexte, kann es funktionieren? Dort, wo Beiträge Einzelner im schriftlichen Umfeld nur auf Anforderung erfolgen und außerdem bewertet werden.
Vielleicht sind Freiräume, Kreativität und Reaktionen möglich, mehr als in einem klassischen Setting, das strukturierte Texte verlangt, die nur den Dozenten vorgelegt werden müssen.
Wikis stehen immerhin für eine Öffnung.

No chance for Greece

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The greek tragedy continues: after accepting the inacceptable there had to be even more to swallow for Greece as a result of the consultations of the so called Euro group: http://www.theguardian.com/commentisfree/2015/jul/13/guardian-view-on-greek-deal-solves-nothing-holds-many-dangers.
These measurements creates an atmosphere of enemies not of countries trying to solve severe social problems that not only Greece has but also other countries in Southern Europe.

Press:
Spiegel: http://www.spiegel.de/wirtschaft/wolfgang-schaeubles-diplomatie-ist-rueckfall-in-alte-zeit-kolumne-a-1043404.html

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