Bei einem MOOC zu Kiekegaard mitgemacht – Nachlese

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Nun habe ich selbst an einem MOOC teilgenommen und nutze die Gelegenheit meine Erfahrungen zu reflektieren und mitzuteilen. Der MOOC hieß “Søren Kierkegaard – Subjectivity, Irony and the Crisis of Modernity by Jon Stewart, PhD, Dr theol & phil” angeboten von der Universität Kopenhagen auf der Plattform Coursera. Warum ausgerechnet dieser MOOC? Während meines Philosophiestudiums bin ich bereits mit Kierkegaard in Kontakt gekommen, habe sogar eine Seminararbeit geschrieben. Das hat mich neugierig gemacht.

Der Kurs ging acht Wochen. Jede Woche wurden 3 Videos à ca. 20 Minuten frei geschaltet. Nach jedem Video gab es einen Multiple-Choice-Test (1 Frage). Außerdem zu lesende Texte, Pflicht und freiwillige Lektüre, eine Frage, die man im Forum beantworten konnte und einen aus mehreren Fragen bestehenden Quiz. Jede Woche wurde auch ein neues Forum eröffnet.

Die Videos und den Quiz habe ich wöchentlich gemacht. Die Texte habe ich allerdings nur teilweise gelesen. Es waren Ausschnitte aus verschiedenen Werken Kierkegaards. Anstand Texthopping zu machen, habe ich das Hauptwerk zum Thema “Der Begriff der Ironie” angeschafft und zumindest bis zum Ende des Kurs den Großteil gelesen, so dass ich einen durchgehenderen Eindruck vom Schreiben Kierkegaards hatte. Außerdem fand ich es angenehmer den Primärtext auf Deutsch zu lesen.

Auch in den Foren habe ich nur kursorisch gelesen und auch kaum geschrieben. Dafür ist mehr Zeit erforderlich, als ich aufbringen wollte. In Woche 1 gab es im Thread zur Wochenfrage 325 Postings und 2278 views. In Woche 8 im meistgenutzten Thread 178 Posts und 1037 Views.
Wie ich ersehen konnte, bezogen sich die Forenposts natürlich auf die Wochenfragen, aber gingen auch darüber hinaus bzw. weit darüber hinaus. Nicht alle thematischen Richtungen sind für einen selbst interessant, es ist schwierig das Interessante bzw. relevant Erscheinende zu filtern. Auf der anderen Seite ist es die einzige Möglichkeit im MOOC sich einzubringen.

Gemeinsamer Bezugspunkt sind auf jeden Fall die Videos, die sehr gut gemacht waren. Hintergrundkulisse waren Schauplätze aus Kopenhagen, die zu Kierkegaards Leben eine Rolle spielten. Seine Auseinandersetzung mit der Philosophie der Zeit und der zeitgenössischen intellektuell-gesellschaftlichen Situation in Dänemark wurden gut illustriert. Dabei spannten sie einen chronologischen Bogen vom Beginn seines Schaffens bis zu seinem Tod. Die thematische Klammer war die Figur des Sokrates, der rote Faden des Kurses sozusagen, auf den alles immer wieder rückbezogen wurde. Überdies wurde auch versucht, einen Bezug zur Gegenwart herzustellen, darüber zu reflektieren, inwieweit das Denken Kierkegaards heute von Bedeutung ist. Bezug genommen wurde dabei auch auf die Mooc-Situation bzw. die Tatsache, dass Teilnehmer aus unterschiedlichen Kontexten dabei sind. Wertvoll fand ich außerdem, dass in manchen Videos Interviews mit Kierkegaard-Forschern geführt wurden und hier ebenfalls andere Perspektiven eingebracht wurden.

Am Ende des Kurses bestand die Aufgabe einen max. 2000 Wörter umfassenden Essay zu schreiben, der einem Peer-Review-Verfahren unterzogen wurde. Das heißt, jeder musste zwei fremde Essays und seinen eigenen bewerten.

So weit so gut. Habe ich etwas gelernt? Ja, die Frage ist positiv zu beantworten. Bezogen auf den Ironiebegriff, das Verständnis von Subjektivität und die Rolle des Sokrates habe ich ein Wissen und Verständnis entwickelt. Ich bedauere nicht mehr Zeit für das Lesen der Primärtexte und das Verfolgen von Forenthreads gehabt zu haben.
Die Videos alleine sind nicht ausreichend, um “dran” zu bleiben, meine ich, unabhängig wie gut sie gemacht sind. Ich muss einen gewissen Anteil selbst leisten, lesen, schreiben, mich auseinandersetzen, einen Zugang entwickeln. Dennoch würde ich sagen, dass die Qualität der Videos hier zumindest als Anschub eine große Rolle gespielt hat.

Als erheblichen Nachteil sehe ich, dass man kein wirkliches Feedback zu seinen eigenen Denkbemühungen oder Konzepten erhält. Inwieweit ist das, was ich lerne, nicht nur Humbug? Immerhin kann ich mir ja einiges zusammenreimen, es gibt nicht wirklich ein Wahr oder Falsch, meine Annahmen bleiben ungeprüft, nicht hinterfragt.
Die Multiple-Choice-Fragen können nur eine oberflächliche Überprüfung darstellen. Sicherlich ist es dazu wichtig, auch eigene Thesen oder Fragen/Antworten zu formulieren. Die Möglichkeit ist zumindest durch das Forum gegeben. Allerdings ist dies eine sehr ungerichtete, offene Struktur, die sich für gezielte Lernprozesse vielleicht nicht so sehr eignet.

Als Einstieg oder Schnupperkurs ist das Format des MOOCs adäquat, weil es in der Lage ist Komplexität zu reduzieren. Nur ist die Komplexität damit nicht verschwunden. Spätestens wenn man zum Beispiel in einen Text wie “Der Begriff der Ironie” einsteigt, wird man dies bemerken. Da gibt es dann Widerständigkeiten, Sperriges, das sich nicht einfach in einer griffigen Botschaft unterbringen lässt. Das bedeutet zum Zweck des Bearbeitens, der Auseinandersetzung und der Reflektion der Texte müsste methodisch noch mehr angeboten werden.

OER und Open Content

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Selbstgesteuertes Lernen und eLearning

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Ein Thema, das ich im Rahmen unserer eTutoren-Ausbildung regelmäßig behandele, ist selbstgesteuertes Lernen, das ja sehr häufig in Zusammenhang mit eLearning aus didaktischer Perspektive genannt wird. Das ist natürlich sehr grob gesprochen und Selbststeuerung auch immer ein erst zu definierender, d.h. mit Inhalt zu füllender Begriff.
Die grobe Vorstellung scheint zu sein, dass man irgendwie selbst entscheiden kann, auf sich gestellt ist, alleine lernen kann. Ich glaube, dass das erst einmal auch richtig ist, wenn auch sehr unbestimmt. Eine weitere häufig anzutreffende Meinung ist, dass dies nicht ausreichend ist, um zu einem Lernerfolg zu gelangen. Unterstützung, Vorgaben, Strukturierung sind notwendig.
Hier kann eLearning eine wichtige Lücke schließen und Lernverhalten in der Zeit außerhalb des Präsenzunterrichts steuern. Welche Effekte dies tatsächlich hat, ist nicht klar. Eine Untersuchung von Moon-Heum Cho ergab zumindest keinen Effekt (“The Effects of Design Strategies for Promoting Students’ Self-regulated Learning Skills on Students’ Self-Regulation and Achievements in Online
Learning Environments”, Association for Educational Communications and Technology, 27th, Chicago, IL, October 19-23, 2004
).

Vorsichtig zum Zusammenhang zwischen Selbststeuerung und E-Learning auch: Markus Walber, Selbsteuerung und E-Learning – Ein altes Prinzip im neuen Gewand? (Walber, Markus: Selbststeuerung und E-Learning. Ein altes Prinzip im neuen Gewand? – In: Hochschule und Weiterbildung (2013) 1, S. 70-78 – URN: urn:nbn:de:0111-opus-89042).

Ein interessanter Beitrag zur Diagnostik selbstregulierten Lernens von Ziegler, A. et al. (http://www.psycho.ewf.uni-erlangen.de/mitarbeiter/ziegler/publikationen/Publikation09.pdf).

Adobe Connect Userkonferenz in Dresden 8. – 9.9.14

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Die diesjährige Adobe Connect-Userkonferenz bot Referenten zu zwei spannenden und wichtigen Themen, nämlich Audio und Datenschutz.

Johannes Kampert, Biamp Systems, erläuterte Hintergründe zur Echovermeidung und stellte dazugehörige Technik vor, die höchsten Ansprüchen genügt, jedoch auch ihren Preis hat (ca. 3000 Euro). Wie jeder, der bereits mehr Webkonferenzen durchgeführt hat, weiß, ist Audio ein, wenn nicht der Knackpunkt einer solchen Konferenz.
Dabei kommt die präsentierte Technik nicht bei rein virtuellen Szenarien zum Einsatz, sondern bei so genannten Hybrid Meetings, d.h. wenn in einem Raum, z.B. einem Hörsaal, mehrere Personen, anwesend sind und gleichzeitig mehrere Audioquellen zu berücksichtigen sind. Das wären in der Hörsaalsituation, der vortragende Dozent und Studierende, die per Mikro Beiträge liefern. Der in Adobe Connect eingespeiste Ton sollte bereits im Vorfeld gefiltert und echofrei sein. Die verwendete Technologie ist in der Lage dies zu leisten und noch mehr.

Interessant zu erfahren, dass Webkonferenz-Technologie in dieser Variante häufig auch im Umfeld von Anwaltskanzleien oder in der Medizin eingesetzt wird. Es ist sogar möglich, bestimmte Sprechanteile von Personen herauszufiltern, die man nicht übertragen möchte. Ein Beispiel ist eine Übertragung aus dem OP, wo nur gezielte Informationen, gesendet werden, aber der Austausch der Chirurgen und des OP-Personals außen vor bleibt.

Datenschutz und Urheberrecht sind im eLearning regelmäßig wiederkehrende Themen. Im Fall von Webkonferenzen besonders da relevant, wenn Aufzeichnungen gemacht werden oder eine Webkonferenz öffentlich ist.

Aus datenschutzrechtlicher Sicht ist es auf jeden Fall so, wie Susanne Thinius, Forschungsstelle Recht DFN, darlegte, dass im Fall von Webkonferenzen personenbezogene Daten verarbeitet werden. Hierfür ist in der Regel die Einwilligung der Betroffenen erforderlich. Das bedeutet in der Konsequenz, da die Einwilligung freiwillig erfolgen muss, es immer eine Alternative geben muss, z.B. kann eine Sprechstunde nicht ausschließlich online angeboten werden.
In Betracht kommen außerdem Persönlichkeitsrechte, d.h. das Recht am gesprochenen Wort und das Recht am eigenen Bild. Bei einer Aufzeichnung und deren Verbreitung müssen auch hier die Beteiligten zustimmen.
Ebenso zu beachten ist das Urheberrecht. Für verwendete Materialien in einer Webkonferenz sollten entweder die Rechte vorliegen oder diese solcherart eingesetzt werden, dass sie den Schranken des Urheberrechts (Zitatrecht, Öffentliche Zugänglichmachung für Unterricht und Forschung) genügen.

Einen Blick gab es des Weiteren auf die in Kürze herauskommende neue Version von Adobe Connect, 9.3., mit einem verbesserten Whiteboard und einer optimierten Bildschirmfreigabe.

Die Didaktik-Gruppe der Usergroup plant in Zukunft Veranstaltungen zu Adobe Connect anzubieten, voraussichtlich ab 2015, zu einschlägigen Connect-Themen, sowohl technischer als auch didaktischer Natur. Diese sollen sich an Lehrende aller Hochschulen, die Connect einsetzen, richten.

Fazit: Die diesjährige Adobe Connect-Userkonferenz war wieder sehr konstruktiv und informativ.

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