Adobe Connect-Vortragsreihe gestartet

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Vortrag am 14.4.2015, 18 – 18:30 Uhr: Den Chat kreativ nutzen

Am 17. März startete die Online-Vortragsreihe der Adobe Connect DACH Nutzergruppe. Im zweiwöchigen Rhythmus geben erfahrene Connect-Veranstalter/innen halbstündige Einblicke in verschiedene Nutzungsszenarien, didaktische Tricks & Kniffe sowie vertiefendes, technisches Know-How. Die einzelnen Vorträge richten sich sowohl an Adobe Connect Anfänger/innen sowie fortgeschrittene Nutzer/innen.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich; der Link zur Veranstaltung ist direkt im begleitenden Veranstaltungsblog einzusehen. Eine Wiederholung der jeweiligen Vorträge ist semesterweise geplant.

Angeboten wird die Vortragsreihe von der Didaktik-AG der oben genannten Nutzergruppe, die sich seit 2013 regelmäßig online trifft, um die didaktische Unterstützung des Einsatzes von Adobe Connect in der Hochschullehre gemeinsam voranzutreiben. Ein erstes Vorhaben war der Aufbau eines Adobe Connect Didaktik-Wikis, welches viele wertvolle didaktische Ideen zum Einsatz einzelner Pods sowie erprobter Praxisbeispiele bereithält.

Schneeschuhwandern im Jura

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Eine Woche war ich Schneeschuhwandern im Jura mit france-ecotours: https://www.france-ecotours.com/winterurlaub/schneeschuhwandern/schneeschuhwandern-im-haut-jura.html, Unterkunft in La Chandoline (http://www.lachandoline.com/).

La Chandoline liegt am Rand des Dorfes Lajoux, ein Holzhaus in bioenergetischer Bauweise, eine Unterkunft, die für die Unterbringung von Gruppen geeignet ist. Die Landschaft drumherum ist hügelig, mit Nadelwäldern. Bei meinem Aufenthalt lag sehr viel Schnee. Jeden Tag waren wir ca. 5 Stunden unterwegs, auf teilweise nicht gespurten Pisten, was das Laufen bei Tiefschnee sehr anstrengend machte. Jedoch hat die tief verschneite Landschaft, insbesondere in den Waldabschnitten mit den schneebedeckten Bäumen etwas Magisches.

Die Anreise wird zwar über La Cure empfohlen, jedoch fand ich Bellegarde günstiger, da es weniger Umsteigen bedeutete. Von Genf nach Bellegarde fährt ein TER, ca. eine halbe Stunde, von dort ist es nochmals 1 Stunde bis Lajoux mit dem Bus bzw. Transport, wenn man sich abholen lässt.

Ach ja, diese Reise mit france-ecotours ist in französischer Sprache, perfekt um seine Sprachkenntnisse zu trainieren.

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Weitere Fotos als CC BY SA unter https://www.flickr.com/photos/kbxxus/sets/72157650293750048/

Shoah in voller Länge am 25.1.15 in Essen gezeigt

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Shoah, der Film zur Vernichtung der Juden, neuneinhalb Stunden lang wurde am 25.1. in Anwesenheit des Regisseurs Claude Lanzmann gezeigt, in der Essener Lichtburg, in vier Teilen, jeweils mit Pausen dazwischen.

Von halb elf bis 24 Uhr war das Programm angesetzt. Shoah ist dreißig Jahre alt, uraufgeführt wurde der Film 1985. Hintergründe zur Enstehung finden sich in Lanzmanns Erinnerungen von 2010, die auf deutsch „Der patagonische Hase“ heißen.

Immer wieder stößt man auf das historische Ereignis, zu dem es keine Erklärung gibt. Das treibt u.a. dazu, sich immer wieder damit auseinanderzusetzen. Hier ist es außerdem nah, da Täterland.

Die Veranstaltung war sehr gut besucht, wenngleich nicht bis auf die letzten Plätze belegt.

In dem Film wird nichts Schreckliches gezeigt, es gibt Situationen, Bilder, Montagen. Wichtig ist und das war mir nicht so klar, dass die Vernichtung auch ihre Spuren vernichten wollte. Das ging bis in den Sprachgebrauch hinein. Tote Körper durften nicht so benannt werden, die Opfer nicht wissen, was sie erwartet.

Lanzmann befragt Überlebende, es sind nicht irgendwelche Überlebende, sondern solche, die Teil der so genannten Sonderkommandos gewesen, die Zeugen der Vernichtung sind, weil sie in den Gaskammern gearbeitet haben. Er fordert auf präzise zu beschreiben, wie ihre Tätigkeit abgelaufen ist, fragt aber nicht nur nach den „sachlichen“ Informationen, sondern auch, welches ihre Gefühle gewesen sind. Wie Lanzmann sagt (ein Text von ihm wurde während der Veranstaltung verlesen) gehörte es dazu, dass Tränen kamen, der Schmerz durchbrach.

Eine andere Gruppe, die Lanzmann vor allem in Polen befragt, bei Treblinka, sind Anwohner, Bauern, Zugpersonal, die alles mitbekommen haben. Er fragt, was sie gesehen haben, was auch sie empfunden haben, wie ihre Einstellung zu den Juden gewesen ist. Aufällig ist, dass alle äußern, „es“ mitbekommen haben.

Die Kamera durchfährt immer wieder die Schauplätze des Verbrechens, Grünland mit Mauerresten, Ruinen, Schienen, Straßen. Man sieht ein ländliches Polen der 70er Jahre, Wälder, Wasser, es hat etwas Idyllisches.

Immer wieder Züge, Waggons, die deutlich machen, dass Millionen dorthin transportiert wurden. Die Rolle der Bahn, der Logistik, die Organisation, die Maschinerie scheint durch. Eine Analyse einer Fahrplananordnung, zusammen mit Raoul Hilberg, dem bekannten Holocaustforscher, wirft ein makabres Licht auf die Effizienz der Todestransporte.

Dann die Täter, die Lanzmann und sein Team heimlich in Bild und Ton aufnehmen, die wie zum Beispiel SS-Mann Suchomel über Treblinka reden, als wären sie nur Zuschauer gewesen, irgendwie unbeteiligt.

Nach der Hälfte des Films gab es eine erste Podiumsrunde mit Lanzmann, der nicht herumeierte und die Beantwortung der zum Teil bescheidenen Fragen verweigerte oder mit einer Gegenfrage antwortete.

Leider leider war der Zeitplan nicht eingehalten worden und ich verpasste die ca. letzte halbe Stunde des Films (Ende ist dann wahrscheinlich 0:30 gewesen), und die Schlussrunde mit Lanzmann.

Der Film ist grandios und beeindruckend und es ist es auf jeden Fall wert gewesen, ihn in voller Länge zu sehen (zumindest fast).

Shakespeare, Ein Sommernachtstraum

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Am Schauspielhaus Bochum von Christina Paulhofer inszeniert, hat Spaß gemacht. Verhältnismäßig viel Musik, Tanz, ein sparsames Bühnenbild mit leuchtenden, bespielbare Quadraten.
Die Spannung des Stücks besteht ja darin, dass die auseinanderdriftenden Paare zueinanderkommen: Lysander und Hermia, Helena und Demetrius. Lysander ist der coole Hipster, Hermia, mädchenhaft, verspielt, Helena, bockig und bestimmt und Demetrius sehr geradlinig dargestellt.
Farbe bekommt die Szenerie durch die Elfenwelt und das Parallelschauspiel, das ehemalige Banker aufführen. Das Bankerstück, das zur Hochzeit von Theseus und Hippolyta, aufgeführt werden soll, enthält viel Komik und Überzeichnung. Es wird ins Absurde, Lächerliche gerückt.
Als Nebenstück nimmt es nicht unerheblichen Raum ein, ist aber fast unterhaltsamer als der Hauptstrang der Handlung. Und mit Klamauk lässt sich auch das Publikum gewinnen.

Bei einem MOOC zu Kiekegaard mitgemacht – Nachlese

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Nun habe ich selbst an einem MOOC teilgenommen und nutze die Gelegenheit meine Erfahrungen zu reflektieren und mitzuteilen. Der MOOC hieß “Søren Kierkegaard – Subjectivity, Irony and the Crisis of Modernity by Jon Stewart, PhD, Dr theol & phil” angeboten von der Universität Kopenhagen auf der Plattform Coursera. Warum ausgerechnet dieser MOOC? Während meines Philosophiestudiums bin ich bereits mit Kierkegaard in Kontakt gekommen, habe sogar eine Seminararbeit geschrieben. Das hat mich neugierig gemacht.

Der Kurs ging acht Wochen. Jede Woche wurden 3 Videos à ca. 20 Minuten frei geschaltet. Nach jedem Video gab es einen Multiple-Choice-Test (1 Frage). Außerdem zu lesende Texte, Pflicht und freiwillige Lektüre, eine Frage, die man im Forum beantworten konnte und einen aus mehreren Fragen bestehenden Quiz. Jede Woche wurde auch ein neues Forum eröffnet.

Die Videos und den Quiz habe ich wöchentlich gemacht. Die Texte habe ich allerdings nur teilweise gelesen. Es waren Ausschnitte aus verschiedenen Werken Kierkegaards. Anstand Texthopping zu machen, habe ich das Hauptwerk zum Thema “Der Begriff der Ironie” angeschafft und zumindest bis zum Ende des Kurs den Großteil gelesen, so dass ich einen durchgehenderen Eindruck vom Schreiben Kierkegaards hatte. Außerdem fand ich es angenehmer den Primärtext auf Deutsch zu lesen.

Auch in den Foren habe ich nur kursorisch gelesen und auch kaum geschrieben. Dafür ist mehr Zeit erforderlich, als ich aufbringen wollte. In Woche 1 gab es im Thread zur Wochenfrage 325 Postings und 2278 views. In Woche 8 im meistgenutzten Thread 178 Posts und 1037 Views.
Wie ich ersehen konnte, bezogen sich die Forenposts natürlich auf die Wochenfragen, aber gingen auch darüber hinaus bzw. weit darüber hinaus. Nicht alle thematischen Richtungen sind für einen selbst interessant, es ist schwierig das Interessante bzw. relevant Erscheinende zu filtern. Auf der anderen Seite ist es die einzige Möglichkeit im MOOC sich einzubringen.

Gemeinsamer Bezugspunkt sind auf jeden Fall die Videos, die sehr gut gemacht waren. Hintergrundkulisse waren Schauplätze aus Kopenhagen, die zu Kierkegaards Leben eine Rolle spielten. Seine Auseinandersetzung mit der Philosophie der Zeit und der zeitgenössischen intellektuell-gesellschaftlichen Situation in Dänemark wurden gut illustriert. Dabei spannten sie einen chronologischen Bogen vom Beginn seines Schaffens bis zu seinem Tod. Die thematische Klammer war die Figur des Sokrates, der rote Faden des Kurses sozusagen, auf den alles immer wieder rückbezogen wurde. Überdies wurde auch versucht, einen Bezug zur Gegenwart herzustellen, darüber zu reflektieren, inwieweit das Denken Kierkegaards heute von Bedeutung ist. Bezug genommen wurde dabei auch auf die Mooc-Situation bzw. die Tatsache, dass Teilnehmer aus unterschiedlichen Kontexten dabei sind. Wertvoll fand ich außerdem, dass in manchen Videos Interviews mit Kierkegaard-Forschern geführt wurden und hier ebenfalls andere Perspektiven eingebracht wurden.

Am Ende des Kurses bestand die Aufgabe einen max. 2000 Wörter umfassenden Essay zu schreiben, der einem Peer-Review-Verfahren unterzogen wurde. Das heißt, jeder musste zwei fremde Essays und seinen eigenen bewerten.

So weit so gut. Habe ich etwas gelernt? Ja, die Frage ist positiv zu beantworten. Bezogen auf den Ironiebegriff, das Verständnis von Subjektivität und die Rolle des Sokrates habe ich ein Wissen und Verständnis entwickelt. Ich bedauere nicht mehr Zeit für das Lesen der Primärtexte und das Verfolgen von Forenthreads gehabt zu haben.
Die Videos alleine sind nicht ausreichend, um “dran” zu bleiben, meine ich, unabhängig wie gut sie gemacht sind. Ich muss einen gewissen Anteil selbst leisten, lesen, schreiben, mich auseinandersetzen, einen Zugang entwickeln. Dennoch würde ich sagen, dass die Qualität der Videos hier zumindest als Anschub eine große Rolle gespielt hat.

Als erheblichen Nachteil sehe ich, dass man kein wirkliches Feedback zu seinen eigenen Denkbemühungen oder Konzepten erhält. Inwieweit ist das, was ich lerne, nicht nur Humbug? Immerhin kann ich mir ja einiges zusammenreimen, es gibt nicht wirklich ein Wahr oder Falsch, meine Annahmen bleiben ungeprüft, nicht hinterfragt.
Die Multiple-Choice-Fragen können nur eine oberflächliche Überprüfung darstellen. Sicherlich ist es dazu wichtig, auch eigene Thesen oder Fragen/Antworten zu formulieren. Die Möglichkeit ist zumindest durch das Forum gegeben. Allerdings ist dies eine sehr ungerichtete, offene Struktur, die sich für gezielte Lernprozesse vielleicht nicht so sehr eignet.

Als Einstieg oder Schnupperkurs ist das Format des MOOCs adäquat, weil es in der Lage ist Komplexität zu reduzieren. Nur ist die Komplexität damit nicht verschwunden. Spätestens wenn man zum Beispiel in einen Text wie “Der Begriff der Ironie” einsteigt, wird man dies bemerken. Da gibt es dann Widerständigkeiten, Sperriges, das sich nicht einfach in einer griffigen Botschaft unterbringen lässt. Das bedeutet zum Zweck des Bearbeitens, der Auseinandersetzung und der Reflektion der Texte müsste methodisch noch mehr angeboten werden.

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