Course migration: new version of converter tool: Blackboard to Moodle

Converter tool to convert content from Blackboard to Moodle courses is updated on github: https://github.com/kraebsli/BlackboardMoodleConverter.

Previous conversion modes are merged into one to automatically adapt to course structures as close as possible.

Referentenentwurf Urheberrechtsgesetz angepasst an die Erfordernisse der Wissensgesellschaft: bald §60a UrhG statt 52a?

Passend zur gerade verstrichenen Aufregung um §52a UrhG nun der Referentenentwurf zur „Angleichung des Urheberrechts an die aktuellen Erfordernisse der Wissensgesellschaft“: https://irights.info/wp-content/uploads/2017/01/Referentenentwurf-UrhWissG.pdf.
Es heiß darin, dass der gesetzliche Rahmen für die Nutzung von urheberrechtlichen geschützten Werken im digitalen Umfeld basierend auf einer EU-Richtlinie (2001/29/EG (InfoSoc-RL) veraltet sei und für Anwender wenig praktikabel. Eine zeitgemäße und rechtssichere Nutzung sei dem Anwender gegenwärtig dadurch nicht möglich.
Die Neufassung soll für Vereinfachung und auch Erweiterung sorgen und außerdem eine angemessene Vergütung regeln.

Es gibt nun „Gesetzlich erlaubte Nutzungen für Unterricht, Wissenschaft und Institutionen“ in §§ 60a bis 60h UrhG in der Entwurfsfassung (UrhG-E). Dafür entfallen einige der bisherigen Regelungen.

Das Argument für diese Fassung des Urheberrechts im Gegensatz zu einer Variante mit einer allgemeinen Bildungs- und Wissenschaftsschranke liege im Verzicht auf unbestimmte Rechtsbegriffe.

Der bisherige §52a würde zu einem §60a mit der Überschrift „Unterricht und Lehre“ und enthält:

„(1) Zur Veranschaulichung des Unterrichts und der Lehre an Bildungseinrichtungen dürfen zu nicht-kommerziellen Zwecken bis zu 25 Prozent eines veröffentlichten Werkes vervielfältigt, verbreitet, öffentlich zugänglich gemacht und in sonstiger Weise öffentlich wiedergegeben werden

1. für Lehrende und Teilnehmer der jeweiligen Veranstaltung,
2. für Lehrende und Prüfer an derselben Bildungseinrichtung sowie
3. für Dritte, soweit dies der Präsentation des Unterrichts, von Unterrichts- oder Lernergebnissen an der Bildungseinrichtung dient.

(2) Abbildungen, einzelne Beiträge aus derselben Zeitung oder Zeitschrift, sonstige Werke geringen Umfangs und vergriffene Werke dürfen abweichend von Absatz 1 vollständig genutzt werden.

…“

Der Nutzungsumfang wird erweitert und konkret festgelegt, es dürfen 25% eines veröffentlichten Werkes genutzt werden, statt bisher zumindest bezogen auf Texte max. 12% oder 100 Seiten.

Die Nutzungsarten werden zudem gegenüber §52a UrhG erweitert. Neben der öffentlichen Zugänglichmachung erstreckt sich die Erlaubnis auch auf Vervielfältigung und Verbreitung bzw. generell auf die öffentliche Wiedergabe. Das ist positiv, da bisher nicht alle Nutzungshandlungen im Bildungsbereich urheberrechtlich gedeckt waren.
Mit der Nennung des Teilnehmerkreises wird die Nutzung des Weiteren beschränkt, der Hinweis auf den bestimmt abgegrenzten Teilnehmerkreis bzw. die Gebotenheit der Nutzung entfallen jedoch.

In §§ 60h-E wird die angemessene Vergütung geregelt. Einzelabrechnung und -erfassung wären damit vom Tisch:

„Eine pauschale Vergütung oder eine repräsentative Stichprobe der Nutzung für die nutzungsabhängige Berechnung der angemessenen Vergütung genügt.“

Es gilt die pauschale Vergütung oder eine stichprobenbasierte nutzungsabhängige Vergütung.

In § 60g UrhG-E ist bestimmt, dass Vereinbarungen, die in die diese Regelungen eingreifen, unwirksam sind, d.h. Verträge oder Lizenzierungen von Verlagen haben keinen Vorrang, wenn Inhalte im Rahmen der gesetzlichen Erlaubnis genutzt werden. Damit ist die Prüfung eines angemessenen Verlagsangebotes, die in der Folge von §52a UrhG zu erfolgen hatte, ebenfalls nicht mehr notwendig.

§ 60a UrhG-E und die Vergütungsregelung bieten auf jeden Fall eine Verbesserung zu §52a UrhG, der zunehmend unanwendbar geworden ist. Möglicherweise ist es auch die schlauere Lösung als eine allgemeine Bildungs- und Wissenschaftsschranke, wenn diese durch Klagen und Prozesse aufgrund der unbestimmten Rechtsbegriffe wieder zurechtgestutzt werden könnte.

Whatsapp: „Nur“ Sicherheitslücke oder Backdoor?

Der Guardian berichtet über eine so genannte Backdoor bei WhatsApp: https://www.theguardian.com/technology/2017/jan/13/whatsapp-backdoor-allows-snooping-on-encrypted-messages. Es geht dabei um die Verschlüsselung.

WhatsApp-Nachrichten werden so verschlüsselt, dass nur auf dem Gerät des Empfängers einer Nachricht diese entschlüsselt werden kann. Für die Verschlüsselung wird ein so genannter Public Key des Empfängers genutzt, der auf dem Whatsapp-Server liegt. Wenn man ein neues Gerät in Betrieb nimmt oder WhatsApp neu installiert, wird immer ein neuer Public Key generiert.

Beim Senden von Nachrichten kann es vorkommen, dass Nachrichten nochmals gesendet werden müssen und zwar dann, wenn der Empfänger z.B. offline ist und daher die zwei Häkchen auf seinem Gerät noch nicht zu sehen sind. In diesem Fall kann auch mit einem neuen Public Key, der nicht vom Empfänger stammt, die Nachricht versendet und gelesen werden.

Tobias Boelter, der diese Lücke entdeckt hat, demonstriert dies in einem YouTube-Video: https://www.youtube.com/watch?v=we-pJE5JjAs&feature=youtu.be.

Der Absender kann dies mitbekommen, wenn bei Einstellungen->Account->Sicherheit->Sicherheit „Benachrichtigungen anzeigen“ aktiviert ist. Dies ist es standardmäßig allerdings nicht.

In diesem Fall erhält der Absender eine Mitteilung, dass sich der Sicherheitscode des Empfängers geändert hat, jedoch wird die Nachricht trotzdem gesendet und nicht blockiert.

Open Whisper Systems, welche die Verschlüsselungstechnologie von WhatsApp entwickelt haben (Signal Protocol), bestreiten, dass es sich um eine Backdoor handelt: https://whispersystems.org/blog/there-is-no-whatsapp-backdoor/, da die Änderung des Sicherheitscodes aufgedeckt werden kann. Dieser Artikel wird zum Teil zum Anlass genommen, die WhatsApp-Backdoor Story als Panikmache einzustufen bzw. herunterzuspielen.

Die Alternative zum praktizierten Verfahren bestünde darin, das Senden der Nachrichten zu blockieren. Dies nicht zu tun, beruht auf einer Design-Entscheidung von WhatsApp/Facebook:
https://netzpolitik.org/2017/backdoor-facebook-kann-die-verschluesselten-inhalte-auf-whatsapp-mitlesen/.

Gemessen am Anspruch von verschlüsselter Kommunikation, nämlich die Privatheit der Kommunikation zu sichern, ist das bewusste Design einer Anwendung mit einem Verfahren, welches diese aushebeln kann, mehr als eine Sicherheitslücke. Die Sicherheitslücke ist ja in der Regel nicht gewollt, häufig nicht bekannt und wird nachträglich aufgedeckt.

Eine bekannte, bewusst implementierte Sicherheitslücke, kann eine Backdoor sein. Dies hängt wiederum vom Vertrauen des Nutzers ab, welches dieser der Betreiberfirma, Facebook, entgegenbringt, diese Sicherheitslücke nicht auszunutzen.

WhatsApp schreibt:
„WhatsApp’s end-to-end encryption ensures only you and the person you’re communicating with can read what is sent, and nobody in between, not even WhatsApp.“ (https://www.whatsapp.com/security/?l=en).

Das entspricht nicht den Tatsachen. Aufgeklärt wird über die Sicherheitslücke außerdem nicht, der Anschein sicherer Kommunikation hochgehalten.

Ins Gespräch kommen auch immer dann, wenn WhatsApp in der Kritik steht, auch Alternativen, die angeblich sicherer sind. Ein Blick hinter die Kulissen bzw. eine nähere Beschäftigung mit der Thematik zeigt, dass dies nicht einfach ist.

Weitere Messenger:

Threema: https://threema.ch/de/
zu Threema: http://matthiasschwarzer.tumblr.com/post/77795433364/wer-android-nutzt-kann-sich-threema-gleich

Signal: https://whispersystems.org: Nachteil: Google Play Services/Play Store benötigt
zu Signal: https://fliegentoeter.eu/textsecure-die-sichere-alternative-zu-whatsapp/

Google Play Services-Ersatz: microG GmsCore: https://o9i.de/2015/10/23/howto-gmscore.html

Conversations: https://conversations.im: Jabber/XMPP client für Android 4.0+ Smartphones
hierzu auch: https://www.kuketz-blog.de/conversations-sicherer-android-messenger/

Telegram: https://telegram.org
Zu Telegram: http://www.netzpiloten.de/telegram-messaging-app-vertrauen/

Matrix: http://matrix.org

Aufschub bis 30.9.2017: Einstellen von Texten auf Grundlage von §52a UrhG in LMS weiterhin möglich

Seit Abschluss des Rahmenvertrags der VG Wort mit der KMK (https://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/pdf/PresseUndAktuelles/2016/Rahmenvertrag52aUrhG_VGWORT_unterzeichnet.pdf) Ende September ist eine Welle der Aufregung entstanden. Kaum eine Uni oder Hochschule ist dem Rahmenvertrag beigetreten, es drohten ganze E-Learning-Kurse zu verschwinden, mitten im Semester Dokumente deaktiviert oder gelöscht zu werden, eine Studiums-, Lehr- und Lernblockade.

Offenbar wurde auch, dass die rechtliche Basis des E-Learning oder eben auch der Digitalisierung nicht einfach anzuwenden und für den Laien schwer zu durchschauen ist. Daraus entsteht ein hohes Maß an Rechtsunsicherheit. Dies ist auch in der Untersuchung zu einer allgemeinen Bildungs- und Wissenschaftsschranke von Katharina de la Durantaye von 2014 festgehalten, die vom BMBF gefördert wurde.
Zutage tritt ebenfalls, dass die Möglichkeiten sehr restriktiv sind, digitale Medien im Bildungsbereich einzusetzen, ohne explizit die Rechte dafür anzufragen oder gar zu bezahlen. Gelöst werden kann dies nur durch eine allgemeine Bildungs- und Wissenschaftsschranke (ABWS): http://urheberrechtsbuendnis.de/pressemitteilung0516.html.de

Nun ist zumindest die Einzelerfassung bis 30.9.2017 vom Tisch:
https://www.kmk.org/aktuelles/artikelansicht/hochschulrektorenkonferenz-kultusministerkonferenz-und-vg-wort-entwickeln-gemeinsame-loesung-zu-digitalen-semesterapparaten.html.

Links zum Thema §52a – VG Wort

Twitter-Hashtag: #unirahmenvertrag
https://twitter.com/hashtag/Unirahmenvertrag

Interview mit dem Geschäftsführer der VG Wort, Rainer Just (10.11.2016)
https://netzpolitik.org/2016/vg-wort-interview-unirahmenvertrag/

Weitere Hochschulen winken ab: http://urheberrechtsbuendnis.de/pressemitteilung0316.html.de

Die Wissenspolitik der VG Wort und ihre Folgen – Teil 1 http://www.zfmedienwissenschaft.de/online/mikromonetarisierung-und-freie-wissenschaft

Infos der TU Hamburg: https://www.tub.tuhh.de/publizieren/urheberrecht/material-in-studip/

Tobias Thelen, Rahmenvertrag zur Nutzung von Sprachwerken nach §52a UrhG: Was haben Hochschulen dagegen? (3.11.2016) https://www.youtube.com/watch?v=FhQ5UADV6RE&feature=youtu.be

Digitale Lehre: Bayerische und baden-württembergische Universitäten lehnen Beitritt zur Rahmenvereinbarung der VG Wort ab (2.11.2016) http://www.lrk-bw.de/images/PM_VG_Wort_18.10.pdf

Unirahmenvertrag schränkt digitales Lernen ein (Netzpolitik.org , 2.11.2016) https://netzpolitik.org/2016/unirahmenvertrag-schraenkt-digitales-lernen-ein/

„Unverhältnismäßig und realitätsfremd“ – German U15 lehnt den Rahmenvertrag für die Verwendung von Schriftwerken für Lehre und Forschung an Hochschulen zwischen KMK und VG WORT ab (28.10.2016) http://www.german-u15.de/presse/ressourcen/20161027-PM-VG-WORT.pdf

Schluss mit digitalen Seminarunterlagen? (Deutschlandfunk, 27.10.2016) http://www.deutschlandfunk.de/aerger-an-universitaeten-schluss-mit- digitalen.680.de.html?dram:article_id=369771

Zurück in die analoge Steinzeit, Prorektorin Claudia Riemer, Uni Bielefeld (24.10.2016) http://www.hertz879.de/podcast/zurueck-in-die-analoge-steinzeit/

Elektronische Semesterapparate: Hochschulen unzufrieden mit geplanten Meldepflichten (iri- ghts.info, 2.11.2016)
https://irights.info/artikel/elektronische-semesterapparate-meldepflicht-vg-wort-52a/28120

HRK fordert praktikable rechtliche Regelungen für digitale Lehrmaterialien (Pressemitteilung der HRK vom 13.10.2016) https://www.hrk.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung/meldung/hrk-fordert-praktikable- rechtliche-regelungen-fuer-digitale-lehrmaterialien-4034/

Präsentationen zum Workshop §52a UrhG vom 12.10.2016 an der Universität Duisburg-Essen http://duepublico.uni-duisburg-essen.de/servlets/DocumentServlet?id=42243

Der Bildung und Wissenschaft irritierende Unsinn geht einfach weiter (11.10.2016)
http://urheberrechtsbuendnis.de/pressemitteilung0216.html

Infos der Universität Hannover zu §52a UrhG https://www.uni-hannover.de/de/studium/elearning/52aurhg/

Stellungnahme zu den Vereinfachungsvorschlägen für das Meldeportal zur Einzelmeldung von Sprachwerknutzungen gem. §52a UrhG an die VG Wort https://www.virtuos.uni- osnabrueck.de/fileadmin/documents/stellungnahme_verbesserungsvorschl%C3%A4ge_2016_06_07.pdf

Die Universität Osnabrück hat im Wintersemester 2014/15 in einem Pilotprojekt ein Verfahren zur Einzelerfassung anhand der E-Learning-Plattform Stud.IP erprobt (Abschlussbericht: https://repositorium.uni-osnabrueck.de/bitstream/urn:nbn:de:gbv:700- 2015061913251/2/workingpaper_02_2015_virtUOS.pdf) .

Dazu hat die Universität Osnabrück auch eine Pressemitteilung verfasst: https://www.virtuos.uni- osnabrueck.de/fileadmin/documents/public/virtUOS/PM_virtUOS_VG_Wort20150619.pdf

RUB-interne Tagung zu Digitalisierung am 15.11.2016

Politisch existiert sie, die digitale Agenda: https://www.bmwi.de/BMWi/Redaktion/PDF/Publikationen/digitale-agenda-2014-2017,property=pdf,bereich=bmwi2012,sprache=de,rwb=true.pdf
an vielen Hochschulen setzt man sich mit diesem Thema auseinander, so auch an der RUB mit einer kleinen Tagung: http://www.rubel.rub.de/digitalisierung. Eine Keynote von Prof. Dr. Jürgen Handke zum Thema „Inverted-Classroom-Modell“, zwei Workshops und eine Poster-Präsentation boten ein intensives Programm.

Das Konzept des Inverted Classroom passt zur Digitalisierung, da es digitale Lehre nicht nur als Addon versteht, sondern in den gesamten Lehrprozess eingreift. Die Instruktion, die Vermittlung, wird der Präsenzphase vorgelagert in digitaler Form. Es ist Aufgabe der Studierenden sich selbstständig Inhalte anzueignen, wie auch in einem Workshop festgestellt wurde, eine sehr anspruchsvolle Aufgabe, die in der Praxis nicht nur auf positive Resonanz stößt. Mitunter wird selbst eine Vorlesung einem Podcast vorgezogen, weil das Erarbeiten von Inhalten per Podcast auch als langwierig empfunden wird.

Inverted Classroom-Videos sind jedoch in der Regel kürzere Videobeiträge, die nicht nach dem Muster einer Vorlesung gestaltet sein müssen. Sie bieten zumindest eine Möglichkeit sich auf Präsenzsitzungen vorzubereiten, didaktisch sinnvoll ist es, diese Videos mit Fragen bzw. Tests zu begleiten, so dass sichergestellt ist, dass die Vorbereitung auch stattfindet. In der Präsenzsitzung, so ergaben die Vorträge, wird dann auf diesen Fragen aufgebaut. Vorteilhaft ist es auch in den Aufgaben mitzugeben, dass Fragen formuliert werden sollen. Positive Resonanz findet der Einsatz von Voting Tools, anhand deren Ergebnisse ebenfalls inhaltlich angeknüpft werden kann. Mit weiteren Übungen und Aufgaben lässt sich die Präsenzsitzung gestalten, in direkterem Kontakt und Austausch als gewöhnlich mit den Studierenden.
Geeignet sind Standardthemen, die häufiger wiederholt werden, dadurch lohnt sich der Aufwand in der Medienproduktion. Denkbar ist jedoch auch, dass man auf Inhalte von anderen Universitäten zurückgreift und diese einbindet, wovor jedoch bisher, so Jürgen Handke, viele zurückscheuen.

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Der digitale Geist in der Flasche

Seit einigen Jahren ist es gängige Praxis an Hochschulen digitale Lehr- und Lernmaterialien über so genannte Lernmanagement-Systeme, die in Kursen organisiert sind, den Studierenden zur Verfügung zu stellen. Neben der Möglichkeit auf Materialien zuzugreifen bieten die LMS viele andere Funktionen um den digitalen Lehralltag zu unterstützen, dazu gehören Tests, kollaborative und kommunikative Werkzeuge, wie zum Beispiel Foren oder Wikis und mehr.

Das Digitale ist im Hochschultag nicht mehr wegzudenken, man muss kein Expertin sein, um zu sehen, dass fast nichts mehr der Digitalisierung entkommt. Digitale Inhalte, Kommunikation und Kooperation ersetzen nicht das direkte Gespräch, sind aber in Punkto Schnelligkeit des Zugriffs und der Verbreitung unübertroffen. Das bedeutet zwar nicht, dass zwangsläufig qualitative Verbesserungen im Lehren und Lernen eintreten. Aber gerade Hochschulen bzw. Bildungseinrichtungen im Allgemeinen sind darauf angewiesen einfachen Zugriff auf Lehrmaterialien zu haben und benötigen eine gewisse Lehrinfrastruktur.

Texte und Literatur liefern die Bibliotheken oder wurden prä-digital als Kopiervorlagen ebenfalls in den Bibliotheken bereitgestellt.
Die Textausgabe, mit der studiert wurde, wurde als Privatkopie angefertigt. Die Vergütung für die Vervielfältigung wird pauschal als Geräteabgabe gezahlt.
Die Alternative zum Anbieten von Kopiervorlagen an Hochschulen wäre dagegen die Angabe einer Literaturliste mit der Aufforderung sich die betreffenden Werke zu kaufen. Bei der Menge an zu studierender Literatur und zu studierender Texte müsste jede/r Studierende eine nicht unerhebliche Menge Geldes investieren um sich die Fachliteratur zu kaufen. Dies wird und wurde aber in der Regel nur bei wenigen Werken getan.

Nicht anders läuft es im digitalen Zeitalter: Auch hier werden die Werke überwiegend nicht gekauft, sondern die digitalen Kopien genutzt. Dafür war es bisher Usus, dass eine Pauschalvergütung gezahlt wurde, analog der Vergütungsregelung für die private Analogkopie. Nun soll dies nicht mehr ausreichen.

Ein bürokratischer Einzelerfassungsakt soll die Bereitstellung eines digitalen Dokuments begleiten. Einer universitätsexternen Stelle werden Seiten- und Teilnehmerzahlen gemeldet oder müssten gemeldet werden. Kleine Veranstaltungen mit viel Literatur können mit der Einzelerfassung und -abrechnung teuer werden, genauso wie große Veranstaltungen mit wenig Literatur. Geld wird bezahlt für etwas, das gar nicht bezahlt werden müsste. Ein Verfahren, das nicht einmal hieb- und stichfest kontrolliert werden kann, ob es befolgt wird. Da erscheint es auch billiger mit der Kopiervorlage im analogen Semesterapparat zu arbeiten.

Doch der digitale Geist ist damit nur scheinbar in der Flasche: Eine analoge Kopiervorlage wird sehr schnell zur digitalen werden und kaum kontrollierbar in den Dropboxen verteilt werden.

Tag 2 – 11.5.16 Palästina

Wir gehen los und besuchen die nicht weit entfernt liegende Seifenfabrik. Die Seife wird u.a. aus Olivenöl hergestellt. Nablus war in früheren Jahrhunderten ein wichtiger Handelsplatz für Seife, es gab ca. 30 Seifenfabriken in der Stadt. Diese Seifenfabrik ist klein und arbeitet mit einfacher Technik. Die Seife wird auf einem Boden ausgestrichen, geschnitten und dann zum Trocknen getürmt. Die Stücke werden in Papier verpackt, ein alter Mann verpackt in rekordverdächtigem Tempo am Boden sitzend die Seifenstücke. Ca. 20 Euro verdient ein Arbeiter pro Tag. Die Seife wird auch exportiert, ist aber für das wirtschaftliche Überleben der Seifenfabrikbesitzer nicht notwendig, da diese diese ohnehin reich und wirtschaftlich potent sind. Die vielen Seifenstücke und der Duft reizen ein wenig die Schleimhäute.

Wir fahren weiter nach Sebastia, ca. 13 km von Nablus entfernt, durch hügelige Landschaft zu archäologischen Stätten aus römischer Zeit, die zum C-Gebiet gehören. Einige Tage oder Wochen zuvor gab es einen Ausflug israelischer Siedler dorthin, der von Militär gesichert wurde. Dies konnten wir sogleich anhand einer israelischen Reisegruppe nachvollziehen.
Die Siedlungen im C-Gebiet entstehen schleichend. Es reicht, dass sich ein paar Wohnwagen irgendwo positionieren, dann ist es sogar Pflicht des israelischen Staates für Strom und Wasser zu sorgen. Siedlungen entstehen aus ökonomischen als auch ideologischen Gründen. Häufig liegt in der Nähe einer Siedlung auch ein Militärstützpunkt, von dem aus dann sehr kurzfristig Sperren und Kontrollen erfolgen können.
Neben Säulen eines ehemaligen römischen Tempels, einem kleinen Amphitheater, gibt es auch die Überreste einer christlichen Kirche, in der laut Überlieferung das Haupt Johannes des Täufers gebracht worden sein soll.
Die archäologische Stätte liegt am Rand von Sebastia, in der Stadt selbst wurde eine Kirche aus dem 12. Jahrhundert neben einer Moschee (Nabi Yahya) restauriert, dies als Projekt, das ebenfalls die Bewohner qualifiziert, für den Erhalt und die Pflege des Baus zu sorgen.

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