Solch ein Tag besteht nicht gerade aus nix, aber es gab wirklich keine Highlights. Nun habe ich auch die Schulmeister-Replik gelesen. Interessant, bezieht er sich doch mehrmals auf Habermas: “Ich versuche auf diese Weise die Kommentarwelt der Weblogs wenigstens indirekt auf die Vorstellung einer gelingenden Praxis zum Diskurs zu beziehen. Das mag anders gesehen und bezweifelt werden.” In diesem Zitat u.a. Das kann ja alles und nichts heißen. Vielleicht ist das Bloggen für einige auch nur das notwendige Hintergrundrauschen zur wissenschaftlichen Arbeit. Möglich. Und überhaupt Bloggen, wo jetzt doch alle in die sozialen Netzwerke abwandern, nicht alle, aber viele und es nur noch diskursive Statusmeldungen gibt. Da wird zum Teil fleißig kommentiert und manchmal fällt vielleicht auch ein Diskurs ab.
Was heißt überhaupt Diskurs? Ist das des Pudels Kern?
Um den Diskursbegriff nicht zu schwammig werden zu lassen, hier ein Zitat aus Habermas, Erläuterungen zur Diskursethik, 1991, 1. Auflage, S. 14: “Der praktische Diskurs gilt als eine anspruchsvolle Form der argumentativen Willensbildung, die (…) allein aufgrund allgemeiner Kommunikationsvoraussetzungen die Richtigkeit (oder Fairneß) jedes unter diesen Bedingungen möglichen normativen Einverständnisses garantieren soll.”
Das ist jetzt der praktische Diskurs, frei interpretiert könnte es darum gehen, per Argumentationen zu einem begründeten Einverständnis oder auch Dissens zu gelangen.
Weitere Schlussfolgerungen und Ableitungen sind allerdings schwierig.

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Da mich ja nun die Blogschreibsucht gepackt hat, brauche ich auch ein paar Themen. Da kann man ja schon mal auf Gelesenes zurückgreifen oder auf das, was gerade gelesen wird.
Nun Schurken lese ich schon seit Längerem, ein kurzes Bändchen, und Schurken bezieht sich auf den Begriff der Schurkenstaaten, der nach 9/11 geprägt wurde. Wie geht Derrida das an? Geht es darum zu zeigen, dass die Schurken in Wirklichkeit keine sind, Ideologiekritik o.ä.? Nein, es werden in erster Linie Begriffe aufgedröselt. An der Stelle, die ich jetzt lese, geht es um das Begriffspaar Freiheit und Gleichheit. Der eine Begriff ist nicht ohne den anderen zu denken. Platt pragmatisch ausgedrückt: in meiner Freiheit und Unvergleichlichkeit muss ich mich auch immer mit den anderen arrangieren. Ich muss mich vergleichbar machen. Derrida sieht darin eine Antinomie. Vergleichbarkeit heißt unter Anderem, dass ich die Freiheit auch beschränken muss. Darin sind weitergehend enthalten, dass die Freiheit auch Ausschlüsse bedeuten kann. Das hat Derrida in den vorangehenden Passagen behandelt. Der Begriff der Demokratie, der ebenfalls dazu gehört, ist unbestimmt. Er ist mit Antinomien und daraus resultierend Autoimmunisierungen verbunden.

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