{"id":1033,"date":"2013-12-02T10:32:42","date_gmt":"2013-12-02T09:32:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.k-braungardt.de\/blogkb\/?p=1033"},"modified":"2013-12-02T10:39:12","modified_gmt":"2013-12-02T09:39:12","slug":"gml-13-renaissance-des-e-learning-twitter-hashtag-gml13","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.k-braungardt.de\/blogkb\/?p=1033","title":{"rendered":"GML 13 &#8211; Renaissance des E-Learning ?! twitter hashtag #gml13"},"content":{"rendered":"<p>Am 28. und 29.11. fand in Berlin die Tagung <a href=\"http:\/\/www.gml-2013.de\/\">GML\u00c2\u00b2 2013<\/a> zum Thema Renaissance des E-Learning, versehen mit Ausrufezeichen und Fragezeichen statt. Anlass zu Debatten und Auseinandersetzungen geben nach wie vor die so genannten MOOCs, Massive Open Online Courses, um die es, wenn auch nicht ausschlie\u00c3\u0178lich, auch bei dieser Tagung ging. Um diese Tierchen dreht und wendet man sich und versucht sich an Einsch\u00c3\u00a4tzungen, Standortbestimmungen, Positionsfindungen. Ist es ein Hype, ein Trend, ver\u00c3\u00a4ndert es die Hochschulen, das Lernen?<br \/>\nMOOCs haben seit ca. einem Jahr maximale mediale Aufmerksamkeit erzeugt, zu einem Thema, das die letzten Jahre, eher einen Dornr\u00c3\u00b6schenschlaf schlief, n\u00c3\u00a4mlich E-Learning. <\/p>\n<p>In Europa gibt es inzwischen 345 MOOCs laut Open Education Europa: <a href=\"http:\/\/openeducationeuropa.eu\/en\/european_scoreboard_moocs\">http:\/\/openeducationeuropa.eu\/en\/european_scoreboard_moocs<\/a>. Michael Gaebel von der European University Association zog ein kritisches Zwischenfazit zu europ\u00c3\u00a4ischen MOOCs. Bezogen auf die Lerner ziehen MOOCs zum Beispiel Lerner an, die autonomes Lernen beherrschen. Lerner, die Unterst\u00c3\u00bctzung ben\u00c3\u00b6tigen, profitieren m\u00c3\u00b6glicherweise nicht von diesem Angebot bzw. haben Schwierigkeiten, brechen ab. Erforderlich sind somit stark ausgepr\u00c3\u00a4gte Selbstlernkompetenzen, um bei einem MOOC erfolgreich teilzunehmen. Sind MOOCs Lerninnovationen? Nicht per se, teilweise, so die Diskussion, werden MOOCs auch als didaktischer R\u00c3\u00bcckschritt gesehen.<\/p>\n<p>Dr. Robert Schuwer von der Open Universiteit Nederland nahm sich u.a. dem Terminus &#8222;<a href=\"http:\/\/de.slideshare.net\/robertschuwer\/open-education-in-europe-trends-and-developments\">open<\/a>&#8220; an. Inwieweit sind MOOCs open? Offen k\u00c3\u00b6nnen Zugang, Taktung, Zeitraum, Ort, Curriculum, Kosten bzw. Lizenzform der Inhalte sein. Hier ist der Hinweis wichtig, dass MOOCs nicht deckungsgleich mit OER sind, d.h. nicht automatisch Inhalte sind, die unter CC-Lizenzen stehen. Bei <a href=\"http:\/\/www.openuped.eu\/\">OpenupEd<\/a>, ein pan-europ\u00c3\u00a4ischen Initiative zu MOOCs, wird f\u00c3\u00bcr die dort aufgelisteten Kurse auch die Lizenzform transparent gemacht.<\/p>\n<p>Dr. Joachim Wedekind analysierte in seinem Beitrag Stolpersteine von cMOOCs, sowohl von Anbieter- als auch von Lernerseite aus, z.B. passive Teilnahme, Lurking, hoher Aufwand; Aspekte, die jedoch nicht nur bei MOOCs problematisch sind.<\/p>\n<p>Auch Prof. Dr. Martin Gersch stellte MOOCs in einen kritischen Brennpunkt, aus der Perspektive von Branchenverhalten in der \u00c3\u2013konomie. Diskutiert wurde u.a. der von ihm verwendete Begriff der Pfadabh\u00c3\u00a4ngigkeit bzw. des Pfadbruchs, d.h. das bestehenden Strukturen Verhaftetsein  bzw. der Ausbruch aus ihnen. Die Tatsache, dass das Lehr-\/Lernmodell von Universit\u00c3\u00a4ten seit Jahrhunderten unver\u00c3\u00a4ndert ist, w\u00c3\u00a4hrend die technologische Entwicklung rasant vorangeht, wurde auch in anderen Beitr\u00c3\u00a4gen thematisiert.<\/p>\n<p>Der Beitrag von Prof. Dr. J\u00c3\u00b6rn Loviscach analysierte den didaktischen Sinn von Erkl\u00c3\u00a4rvideos unterst\u00c3\u00bctzt von Quizzen. Er traf die Unterscheidung von Pauken und Verstehen und wies Quizzes in die Rolle, das Pauken zu unterst\u00c3\u00bctzen. Im Sinne des inverted classroom verlagert er dieses au\u00c3\u0178erhalb des classroom und sieht im Rahmen von Pr\u00c3\u00a4senzzeit die pers\u00c3\u00b6nliche Betreuung vor, die f\u00c3\u00bcr das Ziel &#8222;Verstehen&#8220; und hochschulgem\u00c3\u00a4\u00c3\u0178es Lernen unverzichtbar sei. An diesem Punkt sto\u00c3\u0178en MOOCs an ihre Grenzen, Loviscach sieht daf\u00c3\u00bcr bei MOOCs keine M\u00c3\u00b6glichkeit. <\/p>\n<p>Prof. Dr. Christoph Meinel vom Hasso-Plattner-Institut stellte <a href=\"https:\/\/openhpi.de\/\">OPENHPI<\/a>, das MOOC-Angebot des HPI als erfolgreiches Modell vor. \u00c3\u0153ber 90.000 Kurseinschreibungen hat OPENHPI, das Geheimnis des Erfolgs ist das Community-Building, das durch die Plattform und die Kursorganisation unterst\u00c3\u00bctzt wird. Teilnehmende k\u00c3\u00b6nnen ein Zertifikat erwerben. Die absoluten Erfolgszahlen liegen bei ca. 20 &#8211; 30%.<\/p>\n<p>Prof. Dr. Pierre Dillenbourg aus Lausanne schrieb das Geheimnis von MOOCs einem Tarte Tatin-Modell zu:<br \/>\nAuf der einen Seite gibt es:<br \/>\nDie besten Dozenten von den besten Universit\u00c3\u00a4ten, auf Inhalte fokussiert, mit hohem Workload, einem Kurs als Basiseinheit, klassische P\u00c3\u00a4dagogik, ein strikter Zeitplan und eine Zertifizierung.<br \/>\nAuf der anderen Seite gibt es: Die Youtube-Aufmerksamkeitsspanne, freier Zugang zu den Inhalten, viele kleine Erfolge, jederzeit und \u00c3\u00bcberall, mit Social Software, Community-Effekten, Crowd-Sourcing und Learning-Analytics.<\/p>\n<p>Sicherlich macht gerade diese Kombination den Reiz von MOOCs aus, die klassische Universit\u00c3\u00a4tslehre im Gewand von Internettechnologien f\u00c3\u00bcr jeden zug\u00c3\u00a4nglich. M\u00c3\u00b6glicherweise lassen sich MOOCs auch nicht unbedingt mit formeller Bildung vergleichen. Das Feld des informellen Lernens ist ein weites Feld. Und warum sollten Universit\u00c3\u00a4ten sich nicht auch \u00c3\u00b6ffnen und solche Angebote schaffen? Die M\u00c3\u00b6glichkeiten der Technologie ausprobieren? Einzelne Lehrende machen dies bereits, experimentieren, erkunden, gehen nach drau\u00c3\u0178en. MOOCs verst\u00c3\u00a4rken das, unterst\u00c3\u00bctzt bei den gro\u00c3\u0178en amerikanischen Plattformen mit hohen Geldsummen.<\/p>\n<p>&#8222;Open&#8220; war lange kein Thema, zumindest im deutschsprachigen Raum. In den USA gibt es zumindest eine Vorgeschichte der MOOCs, OpenCourseWare, <a href=\"http:\/\/ocw.mit.edu\/\">MITOCW<\/a>, seit 2001. OCW hatte indessen \u00c3\u00bcberhaupt keinen Effekt auf die deutschsprachige Bildungslandschaft. Inzwischen ist auch hier die Rede von OER, Open Access und nun MOOCs. Dies ist eher ein Zeichen daf\u00c3\u00bcr, dass Bildung inzwischen nicht mehr ohne eine digitale Infrastruktur auskommt, ohne dass dies bedeutet, dass Pr\u00c3\u00a4senzzeit weniger wichtig ist. Bleibt zu hoffen, dass der Blick sich weitet, von MOOCs auf die gesamte digitale Infrastruktur.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 28. und 29.11. fand in Berlin die Tagung GML\u00c2\u00b2 2013 zum Thema Renaissance des E-Learning, versehen mit Ausrufezeichen und Fragezeichen statt. 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