{"id":1453,"date":"2017-01-17T22:26:04","date_gmt":"2017-01-17T21:26:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.k-braungardt.de\/blogkb\/?p=1453"},"modified":"2017-01-17T22:31:19","modified_gmt":"2017-01-17T21:31:19","slug":"referentenentwurf-urheberrechtsgesetz-angepasst-an-die-erfordernisse-der-wissensgesellschaft-bald-%c2%a760a-urhg-statt-52a","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.k-braungardt.de\/blogkb\/?p=1453","title":{"rendered":"Referentenentwurf Urheberrechtsgesetz angepasst an die Erfordernisse der Wissensgesellschaft: bald \u00c2\u00a760a UrhG statt 52a?"},"content":{"rendered":"<p>Passend zur gerade verstrichenen Aufregung um \u00c2\u00a752a UrhG nun der Referentenentwurf zur &#8222;Angleichung des Urheberrechts an die aktuellen Erfordernisse der Wissensgesellschaft&#8220;: <a href=\"https:\/\/irights.info\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Referentenentwurf-UrhWissG.pdf\" target=\"_blank\">https:\/\/irights.info\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Referentenentwurf-UrhWissG.pdf<\/a>.<br \/>\nEs hei\u00c3\u0178 darin, dass der gesetzliche Rahmen f\u00c3\u00bcr die Nutzung von urheberrechtlichen gesch\u00c3\u00bctzten Werken im digitalen Umfeld basierend auf einer EU-Richtlinie (2001\/29\/EG (InfoSoc-RL) veraltet sei und f\u00c3\u00bcr Anwender wenig praktikabel. Eine zeitgem\u00c3\u00a4\u00c3\u0178e und rechtssichere Nutzung sei dem Anwender gegenw\u00c3\u00a4rtig dadurch nicht m\u00c3\u00b6glich.<br \/>\nDie Neufassung soll f\u00c3\u00bcr Vereinfachung und auch Erweiterung sorgen und au\u00c3\u0178erdem eine angemessene Verg\u00c3\u00bctung regeln.<\/p>\n<p>Es gibt nun \u00e2\u20ac\u017eGesetzlich erlaubte Nutzungen f\u00c3\u00bcr Unterricht, Wissenschaft und Institutionen\u00e2\u20ac\u0153 in \u00c2\u00a7\u00c2\u00a7 60a bis 60h UrhG in der Entwurfsfassung (UrhG-E). Daf\u00c3\u00bcr entfallen einige der bisherigen Regelungen.<\/p>\n<p>Das Argument f\u00c3\u00bcr diese Fassung des Urheberrechts im Gegensatz zu einer Variante mit einer allgemeinen Bildungs- und Wissenschaftsschranke liege im Verzicht auf unbestimmte Rechtsbegriffe.<\/p>\n<p>Der bisherige \u00c2\u00a752a w\u00c3\u00bcrde zu einem \u00c2\u00a760a mit der \u00c3\u0153berschrift &#8222;Unterricht und Lehre&#8220; und enth\u00c3\u00a4lt:<\/p>\n<p>&#8222;(1) Zur Veranschaulichung des Unterrichts und der Lehre an Bildungseinrichtungen d\u00c3\u00bcrfen zu nicht-kommerziellen Zwecken <strong>bis zu 25 Prozent <\/strong>eines ver\u00c3\u00b6ffentlichten Werkes vervielf\u00c3\u00a4ltigt, verbreitet, \u00c3\u00b6ffentlich zug\u00c3\u00a4nglich gemacht und in sonstiger Weise \u00c3\u00b6ffentlich wiedergegeben werden<\/p>\n<p>1. f\u00c3\u00bcr Lehrende und Teilnehmer der jeweiligen Veranstaltung,<br \/>\n2. f\u00c3\u00bcr Lehrende und Pr\u00c3\u00bcfer an derselben Bildungseinrichtung sowie<br \/>\n3. f\u00c3\u00bcr Dritte, soweit dies der Pr\u00c3\u00a4sentation des Unterrichts, von Unterrichts- oder Lernergebnissen an der Bildungseinrichtung dient.<\/p>\n<p>(2) Abbildungen, einzelne Beitr\u00c3\u00a4ge aus derselben Zeitung oder Zeitschrift, sonstige Werke geringen Umfangs und vergriffene Werke d\u00c3\u00bcrfen abweichend von Absatz 1 vollst\u00c3\u00a4ndig genutzt werden.<\/p>\n<p>&#8230;&#8220; <\/p>\n<p>Der Nutzungsumfang wird erweitert und konkret festgelegt, es d\u00c3\u00bcrfen 25% eines ver\u00c3\u00b6ffentlichten Werkes genutzt werden, statt bisher zumindest bezogen auf Texte max. 12% oder 100 Seiten.<\/p>\n<p>Die Nutzungsarten werden zudem gegen\u00c3\u00bcber \u00c2\u00a752a UrhG erweitert. Neben der \u00c3\u00b6ffentlichen Zug\u00c3\u00a4nglichmachung erstreckt sich die Erlaubnis auch auf Vervielf\u00c3\u00a4ltigung und Verbreitung bzw. generell auf die \u00c3\u00b6ffentliche Wiedergabe. Das ist positiv, da bisher nicht alle Nutzungshandlungen im Bildungsbereich urheberrechtlich gedeckt waren.<br \/>\nMit der Nennung des Teilnehmerkreises wird die Nutzung des Weiteren beschr\u00c3\u00a4nkt, der Hinweis auf den bestimmt abgegrenzten Teilnehmerkreis bzw. die Gebotenheit der Nutzung entfallen jedoch.<\/p>\n<p>In \u00c2\u00a7\u00c2\u00a7 60h-E wird die angemessene Verg\u00c3\u00bctung geregelt. Einzelabrechnung und -erfassung w\u00c3\u00a4ren damit vom Tisch:<\/p>\n<p>&#8222;Eine pauschale Verg\u00c3\u00bctung oder eine repr\u00c3\u00a4sentative Stichprobe der Nutzung f\u00c3\u00bcr die nutzungsabh\u00c3\u00a4ngige Berechnung der angemessenen Verg\u00c3\u00bctung gen\u00c3\u00bcgt.&#8220;<\/p>\n<p>Es gilt die pauschale Verg\u00c3\u00bctung oder eine stichprobenbasierte nutzungsabh\u00c3\u00a4ngige Verg\u00c3\u00bctung.<\/p>\n<p>In \u00c2\u00a7 60g UrhG-E ist bestimmt, dass Vereinbarungen, die in die diese Regelungen eingreifen, unwirksam sind, d.h. Vertr\u00c3\u00a4ge oder Lizenzierungen von Verlagen haben keinen Vorrang, wenn Inhalte im Rahmen der gesetzlichen Erlaubnis genutzt werden. Damit ist die Pr\u00c3\u00bcfung eines angemessenen Verlagsangebotes, die in der Folge von \u00c2\u00a752a UrhG zu erfolgen hatte, ebenfalls nicht mehr notwendig.<\/p>\n<p>\u00c2\u00a7 60a UrhG-E und die Verg\u00c3\u00bctungsregelung bieten auf jeden Fall eine Verbesserung zu \u00c2\u00a752a UrhG, der zunehmend unanwendbar geworden ist. M\u00c3\u00b6glicherweise ist es auch die schlauere L\u00c3\u00b6sung als eine allgemeine Bildungs- und Wissenschaftsschranke, wenn diese durch Klagen und Prozesse aufgrund der unbestimmten Rechtsbegriffe wieder zurechtgestutzt werden k\u00c3\u00b6nnte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Passend zur gerade verstrichenen Aufregung um \u00c2\u00a752a UrhG nun der Referentenentwurf zur &#8222;Angleichung des Urheberrechts an die aktuellen Erfordernisse der Wissensgesellschaft&#8220;: https:\/\/irights.info\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Referentenentwurf-UrhWissG.pdf. 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