{"id":2308,"date":"2024-03-12T10:27:04","date_gmt":"2024-03-12T09:27:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.k-braungardt.de\/blogkb\/?p=2308"},"modified":"2024-03-12T10:27:06","modified_gmt":"2024-03-12T09:27:06","slug":"kritische-perspektiven-auf-ki","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.k-braungardt.de\/blogkb\/?p=2308","title":{"rendered":"Kritische Perspektiven auf KI"},"content":{"rendered":"\n<p>Es gibt eine Reihe von Beitr\u00e4gen, die kritische Perspektiven auf KI enthalten. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Emily M. Bender, Resisting Dehumanization in the Age of \u201cAI\u201d: <\/strong><a href=\"https:\/\/journals.sagepub.com\/doi\/10.1177\/09637214231217286\">https:\/\/journals.sagepub.com\/doi\/10.1177\/09637214231217286<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Dehumanisierung definiert Bender anhand von drei Merkmalen: fehlende Wahrnehmung des Anderen als menschlich\/Menschen, Bezugnahme auf kognitive Zust\u00e4nde, denen der menschliche Charakter abgesprochen wird und die Erfahrung, einer Bewertung als nicht-menschlich ausgesetzt zu sein. KI tr\u00e4gt  zu einer Dehumanisierung in diesem Sinne bei, auf sechs verschiedene Weisen: <\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Gleichsetzung von Computer und Gehirn (computational metaphor): Damit geht einher, das menschliche Denken und Verhalten als weniger komplex zu setzen als die F\u00e4higkeiten eines Computers. Dazu passend ein Zitat von Baria and Cross: &#8220; it afford[s] the human mind less complexity than is owed, and the computer more wisdom than is due&#8220;. <\/li>\n\n\n\n<li>Klassifizierung von Menschen anhand bestimmter Kategorien, z.B. Geschlecht oder Ethnie. Dies geschieht beispielsweise im Bereich so genannter &#8222;Digital physiognomy&#8220;.<\/li>\n\n\n\n<li>Ground lies: Dies bedeutet, dass die Datens\u00e4tze, die in KI benutzt werden entgegen den Behauptungen nicht repr\u00e4sentativ sind, sondern Stereotype, Vorurteile und Verzerrungen enthalten und diese auch in die Auswahl und das Filtern von Datens\u00e4tzen eingehen.<\/li>\n\n\n\n<li>Unverbundenheit: Im Unterscheid zu KI sind Menschen wesentlich durch Beziehungen gepr\u00e4gt. KI-Entscheidungssysteme lassen die damit verbundenen Gesichtspunkte au\u00dfen vor.<\/li>\n\n\n\n<li>Ghost work: KI wird durch die T\u00e4tigkeiten von Menschen geformt, die unsichtbar bleiben. <\/li>\n\n\n\n<li>Ausdruck wei\u00dfer \u00dcberlegenheit: In KI wird die \u00dcberlegenheit wei\u00dfer Menschen inkorporiert.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Es folgt eine Darlegung dessen, was sich aus einer wissenschaftliche Perspektive im Umgang mit KI tun l\u00e4sst. In Machine Learning-Forschung sollten einfache Aufgaben problematisiert werden. Es geht darum Fehlinterpretationen zu vermeiden, die aus der Bew\u00e4ltigung von Aufgaben F\u00e4higkeiten ableiten. Weitergehend sollten behauptete F\u00e4higkeiten von KI kritisch analysiert werden sowie &#8222;Whiteness&#8220; als Standard sollte etwas entgegengesetzt werden, Engagement in \u00f6ffentlichen Debatten ist wichtig, eine breitere Verteilung von Forschungsgeldern sowie die Entwicklung von alternativen Wegen, um Probleme zu bew\u00e4ltigen. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Emily M. Bender, Advocating for Protections for the Information Ecosystem <\/strong><br><a href=\"https:\/\/medium.com\/@emilymenonbender\/advocating-for-protections-for-the-information-ecosystem-89fbe95e9de2\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/medium.com\/@emilymenonbender\/advocating-for-protections-for-the-information-ecosystem-89fbe95e9de2 <\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Hier geht es um vertrauensw\u00fcrdige \u00f6ffentliche Informationen. Die Verbreitung von k\u00fcnstlich erzeugten Inhalten erschwert die Verf\u00fcgbarkeit bzw. die Identifizierung dieser Informationen. Bender h\u00e4lt f\u00fcr KI-generierte Inhalte ein Watermarking-System f\u00fcr sinnvoll.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Vortrag von Emily M. Bender: ChatGP-why: When, if ever, is synthetic text safe, appropriate, and desirable?<\/strong><br><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=qpE40jwMilU\" target=\"_blank\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=qpE40jwMilU <\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Emily M. Bender, Chirag Shah, Envisioning Information Access Systems: What Makes for Good Tools and a Healthy Web?<\/strong><br><a href=\"https:\/\/dl.acm.org\/doi\/10.1145\/3649468\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/dl.acm.org\/doi\/10.1145\/3649468<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Artikel geht es um den Zugang zu Informationen und inwieweit dieser durch KI-Software gew\u00e4hrleistet ist und bedarfsgerecht funktioniert. Wie sollten Informationssysteme im Kontext von generativer KI aussehen? Als Nutzungsanforderungen werden folgende Merkmale genannt: Relevanz, Neuheit und Diversit\u00e4t, Geschwindigkeit, Personalisierung\/Kontextualisierung, Interaktivit\u00e4t, Transparenz. In Bezug darauf weisen so genannte &#8222;discriminative&#8220; (klassifizieren bestehende Inhalte) und generative KI-Systeme unterschiedliche Leistungsf\u00e4higkeit auf. Problematisch bei generativen Systemen sind folgende Punkte:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Nicht begr\u00fcndete Antworten<\/li>\n\n\n\n<li>Bias<\/li>\n\n\n\n<li>Mangel an Transparenz<\/li>\n\n\n\n<li>Mangel an Einflussm\u00f6glichkeiten seitens der Nutzenden<\/li>\n\n\n\n<li>Mangel an angemessener &#8222;Reibung&#8220;<\/li>\n\n\n\n<li>Umwelt- und Arbeitskosten<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Guter und sicherer Nutzen kann sich unter folgenden Bedingungen ergeben:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Die sprachliche Form ist wichtig und nicht der Inhalt.<\/li>\n\n\n\n<li>Die Antwort-Fl\u00fcssigkeit und -koh\u00e4renz ist nicht irref\u00fchrend.<\/li>\n\n\n\n<li>Problematischer Bias und Hass-Inhalte k\u00f6nnen identifiziert und gefiltert werden.<\/li>\n\n\n\n<li>Das KI-System wurde ohne Daten-Diebstahl, Arbeits-Ausbeutung und exzessivem Wasser- und Energieverbrauch entwickelt.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Es wird die Frage aufgeworfen, ob sich generative Systeme \u00fcberhaupt als Informationssysteme oder als Bestandteile von diesen eignen. Hierf\u00fcr nennen Bender &amp; Shah z.B. Unterst\u00fctzungen bei Suchanfragen.<\/p>\n\n\n\n<p>Des Weiteren werden Forschungsfragen aufgef\u00fchrt, die vier f\u00fcr Informationssysteme relevanten Kategorien zugeordnet sind: Lernen der Anwender*innen, gesellschaftfliche Anforderungen, technische Innovationen, Interface Design und Transparenz.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Fragen k\u00f6nnen als leitend f\u00fcr Informationssysteme betrachtet werden, die KI-Komponenten enthalten. <\/p>\n\n\n\n<p>Abschlie\u00dfend machen die Autor*innen deutlich, dass sie das Web als ein gef\u00e4hrdetes Informations-\u00d6kosystem sehen. Das Web ist ihrer Ansicht nach ein System aus wechselseitigen Beziehungen. KI-generierte Inhalte durchbrechen dieses System, wobei die Mechanismen von Suchmaschinen, die aus vorhandenen Inhalten in bestimmter Weise Suchergebnisse pr\u00e4sentieren, \u00e4hnlich aus diesem System ausbrechen. <\/p>\n\n\n\n<p>Notwendig seien eine verantwortungsvolle und vorsichtige Herangehensweise im Designprozess von Informationssystemen. <\/p>\n\n\n\n<p>Der Artikel rollt das Feld nicht anhand der vorhandenen Systeme auf, sondern anhand der individuellen und gesellschaftlichen Anforderungen an solche Systeme. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ben Williamson, AI in education is a public problem:<\/strong> <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/codeactsineducation.wordpress.com\/\" target=\"_blank\">https:\/\/codeactsineducation.wordpress.com\/ <\/a>Williamson listet 21 Probleme auf, die KI mit sich bringt, die seiner Ansicht nach zeigen, dass KI nicht unvermeidlich, nur positiv oder gar transformativ ist. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt eine Reihe von Beitr\u00e4gen, die kritische Perspektiven auf KI enthalten. 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