{"id":79,"date":"2008-07-15T20:30:44","date_gmt":"2008-07-15T19:30:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.k-braungardt.de\/blogkb\/?p=79"},"modified":"2008-07-15T20:30:44","modified_gmt":"2008-07-15T19:30:44","slug":"kapazitatseffekte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.k-braungardt.de\/blogkb\/?p=79","title":{"rendered":"Kapazit\u00c3\u00a4tseffekte"},"content":{"rendered":"<p>Die Studie &#8222;Kapazit\u00c3\u00a4tseffekte von E-Learning an deutschen Hochschulen&#8220; von Bernd Kleimann geht der Frage nach, inwieweit sich die Ausbildungskapazit\u00c3\u00a4t durch Medieneinsatz in der Hochschullehre erweitern kann. Anlass der Studie sind die prognostizierten bis 2020 stark ansteigenden Studienanf\u00c3\u00a4ngerzahlen. Eine Ma\u00c3\u0178nahme diesbez\u00c3\u00bcglich ist der &#8222;Hochschulpakt 2020&#8220;, in dem sich die L\u00c3\u00a4nder zu einer Erh\u00c3\u00b6hung der Studienanf\u00c3\u00a4ngerzahlen verpflichten. Weitere diskutierte Ma\u00c3\u0178nahmen sind zum Beispiel die Besch\u00c3\u00a4ftigung von Lecturern, aber auch der Ausbau der virtuellen Lehre. Dabei geht die Studie von der Annahme aus, dass zeitlich begrenzt eine Erweiterung der Ausbildungskapazit\u00c3\u00a4t durch Medieneinsatz prinzipiell m\u00c3\u00b6glich ist, d.h. dass quantitative und nicht blo\u00c3\u0178 qualit\u00c3\u00a4tssteigernde Effekte zu erzielen sind. Bei dieser Annahme wird au\u00c3\u0178erdem davon ausgegangen, dass sich die Anwendung von E-Learning gewisserma\u00c3\u0178en durchgesetzt hat: Es gibt eine zunehmend selbstverst\u00c3\u00a4ndliche Nutzung von Lernplattformen und eine breite Verf\u00c3\u00bcgbarkeit von online zur Verf\u00c3\u00bcgung stehenden Lernmaterialien. Des Weiteren wird angef\u00c3\u00bchrt, dass E-Learning empirisch nachweisbar nicht schlechter ist als Pr\u00c3\u00a4senzlehre.<br \/>\nMethodisch geht die Studie so vor, dass f\u00c3\u00bcr verschiedene Szenarien Modellrechnungen aufgestellt werden. Die Modellrechnungen basieren auf der Kapazit\u00c3\u00a4trechnung, d.h. der Formel mit der in einem zulassungsbeschr\u00c3\u00a4nkten Studiengang die Studienanf\u00c3\u00a4ngerpl\u00c3\u00a4tze pro Jahr berechnet werden. Exemplarisch wird ein modellhafter BA- und MA- Informatikstudiengang gew\u00c3\u00a4hlt. Die Informatik ist hier deshalb gew\u00c3\u00a4hlt, weil dort bereits entsprechende empirisch gest\u00c3\u00bctzte Modell\u00c3\u00bcberlegungen vorliegen.<br \/>\nDie Szenarieneinteilung erfolgt nicht entlang didaktisch-methodischer Kriterien sondern orientiert sich daran, inwieweit sie Kapazit\u00c3\u00a4tseffekte unterst\u00c3\u00bctzt. Drei Haupteinteilungen werden vorgenommen: Substitution von Pr\u00c3\u00a4senzlehre, Steigerung der Gruppengr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178e, Verlagerung von Kapazit\u00c3\u00a4t zwischen Studienphasen bzw. Studieng\u00c3\u00a4ngen. Insgesamt ergeben sich acht Szenarien:<br \/>\nTerminsubstitution ohne\/mit Betreuung (einzelne Veranstaltungstermine werden durch E-Learning ersetzt), Lehrveranstaltungssubstitution ohne \/ mit Betreuung, Online-Studiengang, Steigerung der Gruppengr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178e, Entlastung von Gro\u00c3\u0178veranstaltungen, Kapazit\u00c3\u00a4tsverlagerung in gestuften Studienstrukturen.<br \/>\nF\u00c3\u00bcr das technische Profil der Szenarien gilt, dass hier nicht hochgradig multimediale Materialien, die aufw\u00c3\u00a4ndig herzustellen sind, in Betracht gezogen werden, sondern vielmehr multimediale Niedrigschwelligkeit bzw. das Vorhandensein benutzerfreundlicher Autorensoftware Ausgangsbasis sind.<br \/>\nF\u00c3\u00bcr die Modellrechnungen ist der Anrechnungsfaktor von Bedeutung, welcher die Vor- und Nachbereitungszeiten f\u00c3\u00bcr die Durchf\u00c3\u00bchrung einer Veranstaltung wiedergibt. Damit wird dann auch der erforderliche zeitliche Mehrbedarf f\u00c3\u00bcr die Abhaltung mediengest\u00c3\u00bctzter Veranstaltungen erfasst.<br \/>\nWie sehen nun die Ergebnisse der Modellrechnungen aus?<br \/>\nNennenswerte Kapazit\u00c3\u00a4tseffekte ergeben sich im Fall der Terminsubstitution nur, wenn eine kritische Masse an Veranstaltungen von der Substitution betroffen sind, d.h. hier eine 50%ige Reduktion der Vorlesungen\/\u00c3\u0153bungen bei 30% aller Veranstaltungen. Die h\u00c3\u00b6chsten Kapazit\u00c3\u00a4tseffekte ergeben sich bei der Lehrveranstaltungsubstitution mit Betreuung. Dies ist deshalb der Fall, weil verschiedene Veranstaltungstypen ersetzt werden und der Anrechnungsfaktor durch das Angebot von Textmaterialien gering ausf\u00c3\u00a4llt.<br \/>\nEin Online-Studiengang wird hier nur f\u00c3\u00bcr die Masterphase ber\u00c3\u00bccksichtigt und dann auch nur unter Vorbehalt, da ein solcher wegen der hohen Vorbereitungszeit nicht f\u00c3\u00bcr die Bereitstellung kurzfristiger Ausbildungskapazit\u00c3\u00a4ten geeignet ist. Kapazit\u00c3\u00a4tseffekte ergeben sich hier nur bei gro\u00c3\u0178en Gruppengr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178en, die jedoch in der Realit\u00c3\u00a4t bei Online-Masterstudieng\u00c3\u00a4ngen nicht vorliegen.<br \/>\nDie Steigerung der Gruppengr\u00c3\u00b6\u00c3\u0178e zieht keine Kapazit\u00c3\u00a4tseffekte nach sich und ist daher eher unter dem in der Studie auch behandelten Aspekt der Entlastung von Gro\u00c3\u0178veranstaltungen zu sehen. Hier jedoch sind keine quantitativen Effekte intendiert sondern es geht um Qualit\u00c3\u00a4tsverbesserung bei Gro\u00c3\u0178veranstaltungen mit mehreren 100 Teilnehmenden, bei denen Mindestvoraussetzungen f\u00c3\u00bcr die Erzielung eines Studienerfolges nicht vorhanden sind. Genannt sind nicht ausreichend vorhandene Sitzpl\u00c3\u00a4tze, schlechte Akustik, unzureichende Frischluftzufuhr, lange Wartezeiten. E-Learning kann hier eine Verbesserung der Rahmenbedingungen schaffen (Verbesserung von Betreuung, Information und Kommunikation).<br \/>\nDie Kapazit\u00c3\u00a4tsverlagerung kann zwar Kapazit\u00c3\u00a4tseffekte zum Beispiel f\u00c3\u00bcr die Masterphase erzeugen, dies w\u00c3\u00bcrde hier jedoch zu Lasten des Bachelors gehen, der eine niedrigere Abschlussquote verzeichnen w\u00c3\u00bcrde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Studie &#8222;Kapazit\u00c3\u00a4tseffekte von E-Learning an deutschen Hochschulen&#8220; von Bernd Kleimann geht der Frage nach, inwieweit sich die Ausbildungskapazit\u00c3\u00a4t durch Medieneinsatz in der Hochschullehre erweitern&#8230;<\/p>\n<div class=\"more-link-wrapper\"><a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/www.k-braungardt.de\/blogkb\/?p=79\">Weiterlesen<span class=\"screen-reader-text\">Kapazit\u00c3\u00a4tseffekte<\/span><\/a><\/div>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[17],"tags":[37],"class_list":["post-79","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-e-learning","tag-elearning","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.k-braungardt.de\/blogkb\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/79","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.k-braungardt.de\/blogkb\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.k-braungardt.de\/blogkb\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.k-braungardt.de\/blogkb\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.k-braungardt.de\/blogkb\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=79"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.k-braungardt.de\/blogkb\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/79\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.k-braungardt.de\/blogkb\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=79"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.k-braungardt.de\/blogkb\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=79"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.k-braungardt.de\/blogkb\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=79"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}