Mobile Learning Day in Hagen am 5.11.2015

Hypes, Trends kommen und gehen, so könnte man meinen, nur der MLD, der Mobile Learning Day in Hagen bleibt. Inzwischen ist Mobile Learning nun doch keine Lernform geworden, laut Frau Prof. Dr. Claudia de Witt, aber zumindest ein Arbeitstitel, zu dem sich eine spannende Tagung veranstalten lässt. Dazu gehört, das Mobile Learning ein wenig aus dem Bildungskontext herauszulösen und zumindest Mobilität mit der Arbeitswelt in Verbindung zu bringen und deren Anforderungen und Belastungen. Das war zumindest auch das Anliegen von Dr. Peter Krauss-Hoffmann aus dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales, der die Veranstaltung moderierte. Multitasking, Termin- und Leistungsdruck, Arbeitsunterbrechungen sollen u.a. dafür verantwortlich sein, dass psychische Erkrankungen zunehmen. Vom Ministerium gibt es zum Thema „psychische Gesundheit“ auch eine Webseite, mit zahlreichen Informationen und Tools, u.a. auch ein E-Learning-Angebot.

Der Soziologe Prof. Dr. Vormbusch (Aufzeichnung der Keynote „Lernen ohne Ende? Mobile Learning in entgrenzten und mediatisierten Gesellschaften“ ) ging auf den gesellschaftlichen Kontext von mobile Learning ein. Die anvisierten Lernorte sind häufig Nicht-Orte, wie z.B. die Flughafenlounge, provisorische Räume, keine stabilen Kontexte, das Anywhere. Das Anytime mündet in eine chronische Selbstüberforderung des Individuums und ist so auch Merkmal eines flexiblen Kapitalismus. an dessen Ende der Arbeitskraft-Unternehmer oder aus Bildungsperspektive der Selbstlern-Unternehmer steht. Auch das mobile learning gehört somit zur Entgrenzung der Arbeitswelt.

Allerdings so zeigten auch die weiteren Vorträge, ist die Nutzung mobiler Technologien zwar in den Alltag vorgedrungen, sichtbar auch am Einsatz von Smartphones im Bausektor, Lernszenarien sind dennoch schwierig umzusetzen. Um dies zu demonstrieren gab es drei Beispiele von gescheiterten Projekten, also drei Failure Sessions. Die Gründe des Scheiterns der einzelnen Projekte waren sehr unterschiedlich, es handelte sich um die fehlende Berücksichtigung von Design, unzureichende Informiertheit der Teilnehmer und ein zu komplexer inhaltlicher Aufbau. Fehler, die durchaus auch in anderen Medienprojekten vorkommen können und vielleicht nicht unbedingt typisch für das mobile Learning sind.

Viele Annahmen und Erwartungen bezüglich des mobile Learning haben sich nicht bestätigt, das hat eine Studie von Frau Prof. Dr. Claudia de Witt ergeben. Beispielsweise wird gerade nicht in den Zwischenzeiten gelernt, während man beim Arzt im Wartezimmer sitzt.

Als lockeren Ausklang gab es noch einen Mobile Learning Slam und die Tagungsdokumentation wurde analog, d.h. zeichnerisch festgehalten.

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