Weiter geht es im Homeoffice und mit der Online-Lehre in Zeiten von Corona

Die ersten drei Tage im Homeoffice vergingen wie im Fluge. Die Kommunikation klappt sehr gut, vor allem dank der reibungslosen Audiokommunikation via Teamspeak. Ich war mit dabei eine Webseite aufzusetzen um Informationen zur Online-Lehre in Zeiten von Corona bereitzustellen: https://www.el.rub.de/corona.

Die allgemeine Situation mit Unsicherheiten und Gefährdungspotenzial als auch die besondere, bedingt durch die erhöhte Nachfrage nach den Möglichkeiten der Online-Lehre, erzeugt hohe Anspannung.

Viele Fragen tauchen auf:
– Halten die Systeme und die Netze?
– Wie und mit welchem Tool eine Videokonferenz durchführen?
– Wie und mit welchen Werkzeugen Inhalte aufzeichnen?

Theoretisch sind die Technologien alle vorhanden, wie ein Lernsetting im Einzelnen aussieht, ist wiederum von verschiedenen Faktoren abhängig:

– Lernziele
– Prüfungsformen
– Lehrmethoden
– Inhalte
– Gruppengröße

um nur ein paar wenige zu nennen. Wie so häufig beim Einsatz digitaler Werkzeuge in der Lehre, sind die entscheidenden Parameter die so genannten didaktischen Rahmenbedingungen.

Vielfach wird kritisiert, dass einfach nur versucht wird die Präsenzlehre abzubilden. Das Trachten nach Präsenz in der Online-Lehre würde ich nicht grundsätzlich als verkehrt bewerten: In einer kleinen Seminargruppe ist es schon denkbar sich einmal pro Woche in einem Online-Seminar zu treffen um zum Beispiel Lektüre zu besprechen und zu diskutieren.
Vielleicht kann es aber sinnvoll sein, diese sehr häufigen Online-Präsenzveranstaltungen von der Häufigkeit eher gering zu halten und in diesen Fragen oder bestimmte „Turning points“ zu besprechen, in denen eine Koordination wichtig ist. Wenn die Online-Phase länger andauert ist es ggf. hilfreich sich zwischendurch einmal zu sehen und zu sprechen, allein aus psychologischen Gründen.

Eine der Präsenzveranstaltung vergleichbare Dauer und Intensität, 90 Minuten, ist wiederum möglicherweise nicht ratsam, da nicht alle Zugang haben, aus zeitlichen oder technischen Gründen. Daher kann es auf jeden Fall sinnvoll sein, Alternativen bereitzustellen, Literatur und punktuell Aufzeichnungen.

Es scheint mir, dass es keine Patentlösung gibt, jede und jeder muss es ausprobieren. Leitlinie könnte sein, dass es etwas sein muss, dass alle gut erreicht. Dies ist dann häufig die technisch eher unaufwändige Lösung.

Nicht zu vergessen, dass in der Hochschule ohne der größte Teil des Studiums selbstgesteuert verläuft. Das heißt hier gibt es zumindest theoretisch die Voraussetzungen dafür, dass Online-Lehre gelingen kann.

Aber auch hier, analog dem medizinischen Sektor, schlagen in der Krisensituation die infrastrukturellen Mängel durch. In der Online-Lehre hängt vieles auch an der Betreuung und diese wird in der Regel durch Menschen geleistet.

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