Vortrag Ontologie der Medien II

Habe ein wenig im Handbuch Medienkultur gestöbert und dort einen Aufsatz von Kittler von 1989 gelesen, als Eindruck bleibt mir: Geistesgeschichte wird als Geschichte der Datenverarbeitung geschrieben, sehr schön anhand von Hegels Zettelkasten. Diverse Entmystifizierungen des Geistes sind nichts Neues, sei es die Rückführung auf Biologie, Psychologie oder Ökonomie. Die mediale Perspektive engt die scheinbare Unbeschränktheit und Freiheit des Geistes nochmals mehr ein.
Die Verhältnisse des Denkens zu seinem Außen in seinen verschiedenen Bereichen sind so auf unterschiedlichen Ebenen beschreibbar, wie auch das Verhältnis selbst unterschiedlich aufgefasst werden kann: als Bedingheit, Abhängigkeit, notwendige Voraussetzung, als Reduktion….
Die Philosophie schwebte ja lange im luftleeren Raum, die Aufklärung führte schon mal ein denkendes Subjekt ein. Das wurde zunehmend konkreter. Nun denkt ein biologisch, geschichtlich, psychisch, ökonomisch und medial verfasstes Wesen, das sich darin auflöst.
Trotzdem setzt sich der Einzelne jeweils neu zu seinen Bedingungen in Verhältnis.
Dies wurde in einer anderen Vorlesung deutlich, davon mehr im nächsten Beitrag.

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